greifenden Besserung gelangen könne. Kein Landhabe aus der Vermehrung seiner Streitkräfte Nutzengezogen, wohl aber hätten alle die Nachteile davon zuspüren bekommen.
Der gegenwärtige Augenblick sei für eine Ver-minderung der Rüstungausgaben der günstigste, dersich seit 20 Jahren geboten habe.
Einmal seien die Beziehungen Eng-lands zu Deutschland unendlich freund-schaftlicher als seit Jahren. Beide Länderschienen endlich eingesehen zu haben, daß sie durchZank nichts zu gewinnen und alles zu verlieren, hin-gegen durch eine Rückkehr zu dem alten, durch Jahr-hunderte gepflegten Freundschaftsverhältnis nichts zuverlieren und alles zu gewinnen hätten. Der Zwischen-fall von Agadir habe beiden Ländern die Gefahren, dieaus einer künstlich geschaffenen Atmosphäre des Miß-trauens entstehen könnten, zu günstiger Zeit vor Augengeführt.
Die kontinentalen Mächte richteten ferner ihrAugenmerk mehr und mehr auf die Verstärkung ihrerLandmacht. Deutschland habe in den letzten zweiJahren die bekannte Erfahrung machen müssen, daßein Land sich nicht auf den Ausbau eines Zweigesseiner Wehrmacht werfen könne, ohne daß der anderedarunter zu leiden hätte. Die Armee sei für Deutsch-land bei seiner Lage inmitten gleich stark gerüsteterNebenbuhler eine Lebensfrage. Die Anforderungen,welche die militärische Kräfteverteilung zu Lande anDeutschland stelle, müßten jeden Gedanken an einenWettbewerb um die Vormachtstellung zur See ausdem Hirn der deutschen Staatsmänner verdrängen.Unter diesen Umständen könne England sich wohldamit begnügen, seine gegenwärtige Überlegenheitaufrechtzuerhalten, ohne fieberhafte Anstrengungen
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