Druckschrift 
2 (1927)
Entstehung
Seite
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für eine weitere Vergrößerung derselben machen zumüssen.

Die Möglichkeit einer Störung der freundschaft-lichen Beziehungen zwischen England und Frankreich erscheint dem Minister ausgeschlossen, und weit ent-fernt, eine Schwächung derEntente zu wünschen,tritt er für eine Kräftigung der die beiden Länder ver-knüpfenden Bande ein.

Schließlich erscheint der gegenwärtige Augenblickzu einer Einschränkung der Rüstungsausgaben HerrnLloyd George deshalb geeignet, weil in allen christ-lichen Staaten, insbesondere in Westeuropa , gegenden Druck der militärischen Lasten ein wachsenderWiderstand sich geltend mache.

Ergreife der Liberalismus nicht die sich bietendeGelegenheit, so werde er seinen vornehmsten Über-lieferungen untreu werden.

Das unerwartete Hervortreten Lloyd Georges ,dessen antimilitaristische Tendenzen seinen sonstigendemokratischen Auffassungen entsprechen, wird dazubeitragen, den innerhalb der Regierungsgefolgschaftüber die Rüstungsfrage entstandenen Zwiespalt nocherheblich zu verschärfen. Es wird den vom Schatz-kanzler geführten radikalen Flügel noch mehr inGegensatz zu Mr. Winston Churchill und zu seinenAnhängern setzen. Das Kabinett hatte, wie ich strengvertraulich höre, die Entscheidung über die Höhe desFlottenvoranschlages bis nach den Feiertagen vertagt.Daß die radikale Linke ohnehin entschlossen ist, derFlottenpolitik des Marineministers einen Riegel vor-zuschieben, beweist ferner eine Zuschrift, die derVorstand derNational Liberal Federation", Sir JohnBrunner, gleichfalls gestern in mehreren Blättern haterscheinen lassen. Der aus der Schweiz stammendebekannte Mitarbeiter an den deutsch-englischen An-

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