Druckschrift 
2 (1927)
Entstehung
Seite
189
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näherungsbestrebungen fordert darin die liberalenVereinigungen im ganzen Lande auf, noch vor Endedes Monats Erklärungen zugunsten einer Verminde-rung der englischen Rüstungsausgaben abzugeben, da-mit die Regierung noch vor Abschluß des Vor-anschlages für Heer und Flotte frische Beweise fürdie Wünsche ihrer Partei erhalte.

Die Kundgebung Lloyd Georges sowie die Zu-schrift Sir John Brunners finden in der liberalenPresse freudigen Widerhall. Insbesondere wird inmehreren Blättern mit lebhafter Genugtuung auf dieWandlung im deutsch -englischen Verhältnis hin-gewiesen.

Der Ton der fraglichen Artikel macht es wahr-scheinlich, daß die Regierung gezwungen sein wird,bei ihrer Flottenpolitik auf die Stimmung der radi-kalen Linken Rücksicht zu nehmen. Lichnowsky.

AN DEN REICHSKANZLER VON BETHMANN HOLLWEG

London , 18. 3. 1914

D er Erste Lord der Admiralität hat in der gestrigenParlamentssitzung in sehr eingehender Weise dasdiesjährige Flottenprogramm der Regierung begründet,das dem Unterhause vor einigen Tagen zugegangenwar.

Die Gesamtsumme der veranschlagten Ausgabenbeläuft sich danach auf 51550 000 Pfund Sterling; derFlottenetat weist somit gegenüber dem Vorjahr eineVermehrung von 2 740 700 Pfund Sterling auf.

Im ersten Teile seiner Rede beschäftigte sich Mr.Winston Churchill mit der ausführlichen Darlegungder marinetechnischen Erwägungen, welche die Re-gierung bei der Ausarbeitung des Etats geleitet haben.Bei der Fülle des Materials, welches der Marine-