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2 (1927)
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englisch -japanische Bündnis sei daher ein Unterpfandfür die Sicherheit der englischen Besitzungen im pazifi-schen Ozean und dieses Bündnis wiederum basiereoffenbar auf der Erhaltung der englischen Überlegen-heit zur See.

Mr. Churchill setzte sodann auseinander, in welcherWeise sich die englischen Dominien am zweckmäßig-sten an den Seerüstungen beteiligen würden. Neu-seeland habe sehr weise daran getan, daß es demMutterland ein Schlachtschiff für den Dienst in denheimischen Gewässern zur Verfügung gestellt habe.Die Entscheidung über die politische Lage im pazifi-schen Ozean werde doch nur in europäischen Ge-wässern ausgefochten werden. Ein neuseeländischesSchiff könne bei einem solchen Kampfe mit großemVorteil eingreifen, während es in australischen Ge-wässern ohne Nutzen sein würde. Andererseits seivollkommen zu verstehen, wenn die Dominien denWunsch hätten, ihre Schiffe, auf die sie stolz seien,unter eigener Kontrolle zu haben. Der Wunsch, eineauf strategischen Grundsätzen aufgebaute Flotten-politik zu betreiben und zugleich die berechtigten pa-triotischen Gefühle der Dominien zu befriedigen,habe dazu geführt, die Gründung eines Reichs-geschwaders anzuregen, das in regelmäßiger Folge dieverschiedenen Dominien aufzusuchen hätte. Zur Durch-führung dieses Planes sei es nötig, daß in den kana-dischen, australischen und südafrikanischen GewässernFlottenstützpunkte mit Docks und Reparaturwerk-stätten geschaffen würden, um dem Reichsgeschwaderdort einen längeren Aufenthalt zu gestatten. Fernermüßten in den verschiedenen Dominien lokale Ver-teidigungsflottillen, bestehend aus Torpedobooten undUnterseebooten geschaffen werden, die bei einem Be-suche des Reichsgeschwaders mit diesem gemeinsame

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