Druckschrift 
2 (1927)
Entstehung
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201
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veröffentlichten Verträge vorhanden, welche die Frei-heit der Regierung oder des Parlaments einengenkönnten hinsichtlich der Entscheidung, ob oder obnicht Großbritannien an einem Kriege sich beteiligensollte. Der Gebrauch aber, der gemacht werden würdevon den See- oder Landkräften, falls die Regierungund das Parlament sich entschlössen, an einem Kriegeteilzunehmen, könne aber aus naheliegenden Gründennicht zum Gegenstand einer vorhergehenden öffent-lichen Erklärung gemacht werden.

Die heutigeTimes" bespricht die obige Aus-lassung des Primierministers in einer Form, die deut-lich erkennen läßt, daß sie die Ansichten der hiesigenmaßgebenden Persönlichkeiten über die Stellung Eng-lands zu einem europäischen Kriege wiedergibt. IhreAuslassungen entsprechen den Auffassungen, die ichüber diese Frage wiederholt die Ehre gehabt habezu vertreten, und verdienen ein besonderes Interesse,weil sie ein genaues Bild geben von den Grund-linien der britischen Außenpolitik. Das genannteBlatt schreibt:Wir sind fest entschlossen, jetzt wiein der Vergangenheit das europäische Gleichgewichtaufrechtzuerhalten, weil dieses Gleichgewicht fürdieses Land ein Lebensinteresse darstellt. Jeder ernst-hafte Angriff mit der Absicht, dieses Gleichgewichtzu zerstören, wird mit Sicherheit dem Widerstandenicht nur der britischen Diplomatie, sondern, wennnötig, auch der britischen Waffen mit aller Machtbegegnen, und zwar nicht als eine Folge diplomati-scher Verbindlichkeiten, sondern im wesentlichen alsein Akt der Selbstverteidigung. In den letzten Jahrenwar mehr als eine Gelegenheit, wo so ein Umstandzu drohen schien. (Dies dürfte wohl ein Hinweis aufAgadir sein.) Bei jedem solchen Anlaß und für dieZwecke der damaligen Lage hat Großbritannien sich