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2 (1927)
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entschlossen auf die Seite der bedrohten Macht ge-stellt. Wenn wieder Dinge sich ereignen sollten,welche das europäische Gleichgewicht bedrohen

könnten, so würde die britische Haltung dieselbe sein.

Great Britain bleibt ein fester und dauernder Bestand-teil der Gruppe, der es angehört, da dies eine Voraus-setzung des Gleichgewichts der Gruppen bildet,welches ihre Lebensinteressen erheischen, und wirglauben nicht, daß diese Grundlagen unserer Politikweder hier noch anderswo zu Mißverständnissen An-

laß geben könnten."

Lichnowsky.

AN DAS AUSWÄRTIGE AMT

London , 6. 8. 1913

ord Haldane hat nach heutigerTimes" gestern

J-rfgesagt:Wir haben keine Bündnisse; aber ich gebezu, daß man die sich bildenden Gruppen besonders inVoraussagen für die Zukunft nicht außer acht lassendarf. Unsere Beziehungen zu den Ländern, die zu deranderen Gruppe gehören, sind von der freundschaft-lichsten Art. Ich hoffe, daß es so bleiben wird. Ichglaube, daß bei den Gruppen die Neigung besteht, sichenger zusammenzuschließen."

Hieraus geht hervor, daß er gemeint hat, daß dieGegensätze zwischen den einzelnen Gruppen imSchwinden begriffen sind. Er hat damit jedenfalls aufdie besseren deutsch -englischen Beziehungen anspielenwollen. Seine Erklärung, England habe keine Bünd-nisse, stimmt übrigens vollkommen mit den diesbezüg-lichen Erklärungen des Premierministers vom 10. Märzd. J. im House of Commons überein. England braucht auch, wie ich mir wiederholt dar-zulegen erlaubt habe, kein vertraglichfestgelegtes Verhältnis zu Frankreich ,

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