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2 (1927)
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da es auch ohne jeden Pakt die Franzosen ,falls wir sie angreifen, unter allen Um-ständen schützt, ebenso aber anderer-seits bestrebt sein wird, allen Regungendes französischen R e v a n c h e g e d a n k e n sentgegenzutreten.

Was die Rede des Herrn Asquith in der Frage derUntertunnelung des Kanals betrifft, so hat er lediglichvon neuen Faktoren gesprochen, welche neuerdingsbei Beurteilung der früheren ablehnenden Haltung derbritischen Regierung ins Gewicht fielen. Der be-deutendste hiervon seidie Errichtung unserer Freund-schaft mit Frankreich auf einer soliden und, wie ichglaube, unerschütterten Grundlage.

Ich vermag hierin ebensowenig wie in den Äuße-rungen des Lord Chancellors einen Hinweis aufetwaige Abmachungen zu erblicken, schon weil derMinister sodann bemerkte, daß die Gegnerschaft desLord Wolseley gegen den Tunnel die Möglichkeit einesfranzösischen Angriffs in Erwägung zog, daß diese Ge-fahr aber durch die ausgezeichneten und herzlichenBeziehungen, welche mit Frankreich seit dem Ab-schluß des Abkommens von 1904, also seit beinahezehn Jahren beständen, vollkommen verblaßt sei.

Lichnowsky.

AN DEN REICHSKANZLER VON BETHMANN HOLLWEG

London , 19. 2. 1914

D er Bericht des diesseitigen Marineattaches,welcher die Frage erörtert, ob zwischen England und Frankreich für den Fall eines gemeinsamenKrieges gegen Deutschland und den Dreibund Ab-machungen bestehen, die sich auf die gegenseitigeUnterstützung der beiden Flotten beziehen, berührt

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