gegeben. Er hat in vorsichtiger Form an der LauheitEnglands Kritik geübt und mit Hinweis auf dieschweren Opfer Frankreichs auf militärischem Gebietedie Frage aufgeworfen, ob nicht für England die Zeitzum Ausbau seiner Heeresmacht gekommen sei. Erhat ferner die militärischen Vorbereitungen des Drei-bundes und des Dreiverbandes für den Kriegsfall inVergleich gestellt und dabei zwar der ÜberzeugungAusdruck gegeben, daß die englischen und franzö-sischen Militär- und Marineleitungen in Verbindungständen und ihre Pläne gemeinsam festgelegt hätten,hat aber zweifelnd gefragt, ob England auch mit Ruß-land in gleicher Verbindung sei.
Die „Times“ hat den Ausführungen des Professorsam gleichen Tage einen Leitartikel gewidmet, in demsie in sorgfältig gesetzten Worten dessen kritischeBemerkungen beleuchtet.
England , so heißt es unter anderem in dem Artikel,erkenne gleichfalls die Gefahren, die den Mächtendes Dreiverbandes drohten, aber es halte sie nichtfür so unmittelbar greifbar und für weniger sicher.Ein ungerechtfertigter Angriff auf Frankreich würdeEngland stets auf der Seite seines Freundes finden.
Eine Erörterung der von Herrn Lavisse an-geschnittenen Fragen der militärischen BereitschaftEnglands und seiner diplomatischen Haltung lehnt dasBlatt mit dem Hinweis ab, daß diese Fragen der Be-sprechung zwischen den beiden Regierungen Vor-behalten bleiben müßten. Hingegen wendet sich dasBlatt gegen den Vorwurf der Lauheit Englands undgibt der Überzeugung Ausdruck, daß England füreine gerechte Sache ebenso mutig kämpfen werde wiein vergangener Zeit.
Freilich, so heißt es weiter, müsse die Berechtigungund die Notwendigkeit des Kampfes dem englischen
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