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2 (1927)
Entstehung
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Volke völlig überzeugend sein. Es werde keinePräventiv- oder Angriffskriege billigen. Es hassekein anderes Volk und wolle keinem Unrecht tun.Außerdem könne das britische Reich nur in seinerGesamtheit handeln, das heißt unter Zustimmung undmit Unterstützung seiner überseeischen Bestandteile,die nur die feste Überzeugung von erlittenem Unrechtdem Kriegsgedanken geneigt machen könnte. Die Do-minien seien Anhänger der Ententepolitik, weil siedem Frieden diene. Aber damit sie ihre Wurzeln be-festigen könne, müsse sie den Grundsätzen treubleiben, auf die sie gegründet sei.

Die Zuschrift des Herrn Lavisse sowie der ArtikelderTimes haben wie im Ausland so auch hierzu Äußerungen der Presse Anlaß gegeben. Dabei hatsich, wie nicht anders zu erwarten war, erneut heraus-gestellt, daß die englische öffentliche Meinung jederAnregung, dem Ententeverhältnis einen bündnisartigenCharakter zu geben, durchaus abgeneigt ist.

In ganz besonders scharfen Worten wendet sichdieDaily News in ihrem gestrigen Leitartikel gegendie in Frankreich zutage tretenden Bestrebungen, denKönigsbesuch zu chauvinistischen und antideutschenMachenschaften auszubeuten, die Parteizweckendienen sollen. Das radikale Blatt erklärt den Lavisse -schen Ausführungen über das militärische Zusammen-wirken der Ententemächte gegenüber, die englischeöffentliche Meinung werde kein Heer- und Flotten-bündnis mit Frankreich dulden, während die bloßeAnregung eines solchen Bündnisses mit Rußland einenSturm der Entrüstung erzeugen würde, der die schul-dige Regierung hinwegfegen müßte. Die Entente sei inden Augen Englands kein Bündnis, sie sei nicht gegenDeutschland gerichtet und sei nicht ausschließlich.Kein vernünftiger Mensch in England wünsche die

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