Druckschrift 
2 (1927)
Entstehung
Seite
216
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französischen Hitzköpfe, die den Streit mit Deutsch-land nicht ruhen lassen wollten, in ihrem Treiben zubestärken.

Kundgebungen wie die des Herrn Lavisse und ähn-liche Äußerungen der französischen Presse, die dieAbsicht Frankreichs zeigen, England , wenn auch infreundschaftlicher Form, zur Verstärkung seinerHeeresrüstung oder zu festerer vertraglicher Bindungzu veranlassen, sind unter den gegenwärtigen Um-ständen hier einer ungünstigen Aufnahme gewiß. Es mußdaher als eine grobe Ungeschicklichkeit bezeichnetwerden, daß gerade vor dem Königsbesuche wiedereinmal ein derartiger Versuch gemacht worden ist.Wie ich vertraulich höre, hat der Lavissesche Briefauch bei der hiesigen Regierung verstimmt; ebensoist auch die hiesige französische Botschaft über denwenig angenehmen Auftakt zu der Reise des eng-lischen Königspaares nach der französischen Haupt-

stadt wenig erfreut.

Lichnowsky.

AN DEN REICHSKANZLER VON BETHMANN HOLLWEG

London , 20. 4. 1914

ie radikale Linke in England fährt fort, gegen die

L-'von Professor Lavisse in seinem Briefe an dieTimes" vertretene Auffassung des französisch-eng-lischen Verhältnisses ärgerlich zu protestieren. DasWochenblattNation", das die Anschauungen dieserKreise widerspiegelt, verwahrt sich, wenn auch inetwas weniger schroffem Tone als dieDaily News",gegen jeden Versuch, dem Einvernehmen mit Frank-reich den Charakter eines militärischen Bündnisseszu verleihen.

Mr. Garvin, der von Anfang an zu den wärmstenVerfechtern der Entente gehört hat, bringt im Sonn-