entgegenzutreten und jede Angriffspolitik, durch wenauch immer sie unternommen werden sollte, zuhemmen. Lichnowsky.
AN DEN REICHSKANZLER VON BETHMANN HOLLWEG
N ach einem kurzen weekend, das sich der Pariser Reise anschloß, ist Sir Edward Grey heute frühnach London zurückgekehrt und beabsichtigt, Don-nerstag wieder für einige Tage fortzugehen, um demAngelsport sich nochmals zu widmen, der durch denAufenthalt an der Seine und die hiesige Krise beein-trächtigt worden war.
Heute früh ließ er mich wissen, daß er mich zusehen wünsche.
Es lag ihm augenscheinlich daran, mit mir überParis und seine dortigen Eindrücke zu sprechen, schonum der Meinung vorzubeugen, daß sein Wunsch, mituns in freundschaftlicher Fühlung zu bleiben, durchfranzösischen Einfluß irgendwie gelitten hätte. In ge-wohnter heiterer Stimmung erzählte er von seinenErlebnissen, von der großen Herzlichkeit des Emp-fanges und der guten Haltung der Volksmassen,deren Kundgebungen alle Erwartungen übertroffenhätten. Die Majestäten seien durch die ihnen be-reiteten Huldigungen tief gerührt gewesen, und dievon den Parisern zur Schau getragene harmlos-heitereLebenslust habe eine angenehme Erinnerung hinter-lassen.
Von Geschäften sei in erster Linie die griechischeNote besprochen worden, und er habe die größte Be-reitwilligkeit gefunden, auf unsere Vorschläge ein-zugehen. Im übrigen habe er die Franzosen politischin einer sehr ruhigen, durchaus friedliebenden Stim-
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