Verträge; auch dürfte sich Sir Edward Grey gehütethaben, die Form des Schutzes näher zu bezeichnen,denn unter Umständen genügt ja schon die diplo-matische Dazwischenkunft. Eine militärische Hilfeist nicht unbedingt erforderlich und braucht daher garnicht zugesichert zu werden. DieFranzosenwis-sen auch ohne feierliche Verpflichtung,daß sie im Falle eines deutschen Angriffsauf britische Unterstützung rechnenkönnen. Das genügt.
Nach der Rückkehr des Königs aus Paris hatte ichGelegenheit, mich mit einer genau unterrichteten Per-sönlichkeit über den Verlauf der Reise und ihr Ergeb-nis zu unterhalten. Auf seine Versicherung, daß allesunverändert geblieben sei und keine Vereinbarungengetroffen wurden, ließ ich die Worte fallen „protectionin case of aggression”; er nickte zustimmend.
Lichnowsky,
AN DEN REICHSKANZLER VON BETHMANN HOLLWEG
I n einem vermutlich aus der Feder des bekanntenProfessors Henri Spencer Wilkinson stammendenLeitartikel äußert sich die „Morning Post" heute inwenig freundlichen Worten zu den jüngsten Aus-lassungen Professor Schiemanns über die englisch-russischen Beziehungen.
Das Blatt spricht von einem Versuch, England diePistole auf die Brust zu setzen und stellt die Schie-mannschen Anregungen den rücksichtslosen poli-tischen Mitteln an die Seite, die Bismarck gegen diedeutschen Staaten und später auch gegen Rußland an-gewendet habe.
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