Druckschrift 
2 (1927)
Entstehung
Seite
244
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nicht gelingen wird, im Kriegsfälle die öffentliche hie-sige Meinung zuungunsten Serbiens zu beeinflussen,selbst durch Heraufbeschwörung der blutigen Schat-ten Dragas und ihres Buhlen, deren Beseitigung vomhiesigen Publikum schon längst vergessen ist und da-her zu den historischen Ereignissen gehört, mit denen,soweit außerbritische Länder in Frage kommen, manhier im allgemeinen weniger Vertrautheit besitzt, alsbei uns etwa der durchschnittliche Quartaner.

Es frägt sich, ob es sich für uns empfiehlt, unsernGenossen in einer Politik zu unterstützen, bzw. einePolitik zu gewährleisten, die ich als eine aben-teuerliche ansehe, da sie weder zu einer radikalenLösung des Problems noch zu einer Vernichtung dergroßserbischen Bewegung führen wird. Wenn diek. und k. Polizei und die bosnischen Landesbehördenden Thronfolger durch eineAllee von Bomben-werfern geführt haben, so kann ich darin keinen ge-nügenden Grund erblicken, damit wir den berühmtenpommerschen Grenadier für die österreichische Pan-durenpolitik aufs Spiel setzen, nur damit das öster-reichische Selbstbewußtsein gekräftigt werde, das indiesem Falle, wie die Ära Aehrenthal nach der bos-nischen Krise gezeigt hat, sich als vornehmste Auf-gabe die möglichste Befreiung von der Berliner Bevor-mundung hinstellt.

Sollte aber wirklich für unsere politische Haltungdie Ansicht auschlaggebend sein, daß nach Verab-reichung desTodesstoßes an die großserbische Be-wegung das glückliche Österreich, von dieser Sorgebefreit, sich uns für die geleistete Hilfe dankbar er-weisen wird, so möchte ich die Frage nicht unter-drücken, ob nach Niederwerfung des ungarischen Auf-standes durch die Hilfe des Kaisers Nikolaus und dievielseitige Inanspruchnahme des Galgens nach Be-