vier nicht unmittelbar beteiligten Staa-
reich-Ungarn die Vermittlung überneh-
men sollen. Auch diesen Vorschlag bat er mich,Eurer Exzellenz zu unterbreiten.
Der Minister ist sichtlich bestrebt, alles zu tun,um einer europäischen Verwicklung vorzubeugen, undkonnte sein lebhaftes Bedauern über den heraus-fordernden Ton der österreichischen Note und diekurze Befristung nicht verhehlen.
Von anderer Seite wird mir im Foreign Office ge-sagt, daß man Grund zur Annahme habe, daß Öster-reich die Widerstandskraft Serbiens sehr unterschätze.Es werde auf jeden Fall ein langwieriger, erbitterterKampf werden, der Österreich ungemein schwächenund an dem es sich verbluten werde. Auch will manwissen, daß die Haltung Rumäniens mehr als ungewißsei, und daß man in Bukarest erklärt hätte, manwürde gegen jeden sein, der angriffe. Lichnowsky.
AN DEN STAATSSEKRETÄR DES AUSWÄRTIGEN AMTES (PRIVATBRIEF) London , 23. 7. 1914
Lieber Jagow!
ielen Dank für Ihren Brief vom 18 ., der mich aber
V leider nicht ganz hat überzeugen können.
Allerdings haben wir ein Bündnis mit Österreich ,und ich möchte gleich wiederholen, daß ich dasselbefür nützlich halte, wenn es auch vielleicht den Vor-aussetzungen nicht mehr vollständig entspricht, unterdenen Bismarck es abgeschlossen hat. Bismarck standunter dem Eindruck der Gefahr eines Revanche-
17 Lichnowsky II
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