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2 (1927)
Entstehung
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261
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AN DAS AUSWÄRTIGE AMT

London , 25, 7. 1914

erde mich entsprechend äußern. Auch hier Auf

Wfassung verbreitet, daß uns zum mindesten mora-lische Mitverantwortung trifft, da ohne unsere Er-mutigung derartige Note undenkbar wäre. Graf Mens-dorff weiß auch von entsprechenden Äußerungen Sr.M. des Kaisers und Königs und des Herrn Reichs-kanzlers zu berichten. Gesamteindruck hier geradezuvernichtend, ohne Beteiligung an vermittelnder Aktionwird das Vertrauen in uns und unsere Friedensliebehier endgültig erschüttert sein. Lichnowsky.

AN DAS AUSWÄRTIGE AMT London , 25. 7. 1914

M öchte dringend raten, Vorschlag Sir E. Greysbetreffend Fristverlängerung nicht abzuweisen,da uns sonst Vorwurf hier treffen wird, nicht alleszur Erhaltung Friedens unversucht gelassen zu haben.Ablehnende Haltung könnte für spätere Stellung-nahme Englands von großem Einfluß sein.

HeutigeMorning Post", führendes konservativesBlatt, sagt bereits am Schluß eines, Österreichs Vor-gehen verurteilenden Artikels, Note sei Herausforde-rung des Dreiverbandes und wolle England zwingensich zu entscheiden, ob es weiterhin an europä-ischer Politik teilnehmen wolle. Trotz häuslicherZwiste, die britische Nation bewegten, werde dieselbegeschlossen hinter Regierung stehen und ihren Kursunterstützen, welcher Art dieser auch sei.

Lichnowsky.

London , 25. 7. 1914

AN DAS AUSWÄRTIGE AMT

Privat für Staatssekretär v. Jagow!

I ch möchte Sie nochmals auf die Bedeutung desGreyschen Vorschlags der Vermittelung zu vierenzwischen Österreich und Rußland hinweisen. Ich

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