AN DAS AUSWÄRTIGE AMT
erde mich entsprechend äußern. Auch hier Auf
Wfassung verbreitet, daß uns zum mindesten mora-lische Mitverantwortung trifft, da ohne unsere Er-mutigung derartige Note undenkbar wäre. Graf Mens-dorff weiß auch von entsprechenden Äußerungen Sr.M. des Kaisers und Königs und des Herrn Reichs-kanzlers zu berichten. Gesamteindruck hier geradezuvernichtend, ohne Beteiligung an vermittelnder Aktionwird das Vertrauen in uns und unsere Friedensliebehier endgültig erschüttert sein. Lichnowsky.
AN DAS AUSWÄRTIGE AMT London , 25. 7. 1914
M öchte dringend raten, Vorschlag Sir E. Greysbetreffend Fristverlängerung nicht abzuweisen,da uns sonst Vorwurf hier treffen wird, nicht alleszur Erhaltung Friedens unversucht gelassen zu haben.Ablehnende Haltung könnte für spätere Stellung-nahme Englands von großem Einfluß sein.
Heutige „Morning Post", führendes konservativesBlatt, sagt bereits am Schluß eines, Österreichs Vor-gehen verurteilenden Artikels, Note sei Herausforde-rung des Dreiverbandes und wolle England zwingensich zu entscheiden, ob es weiterhin an europä-ischer Politik teilnehmen wolle. Trotz häuslicherZwiste, die britische Nation bewegten, werde dieselbegeschlossen hinter Regierung stehen und ihren Kursunterstützen, welcher Art dieser auch sei.
Lichnowsky.
AN DAS AUSWÄRTIGE AMT
Privat für Staatssekretär v. Jagow!
I ch möchte Sie nochmals auf die Bedeutung desGreyschen Vorschlags der Vermittelung zu vierenzwischen Österreich und Rußland hinweisen. Ich
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