lung aussichtslos, und könne er allein nicht an Russenund Österreicher herantreten. Ob Frankreich mit-machen wolle, wisse er noch nicht. Er habe mit HerrnCambon gesprochen, aber noch keine Antwort er-halten, und ihm dabei gesagt, daß er mir den gleichenVorschlag gemacht habe. Er rechnet bestimmt auf dieZusage Frankreichs , obwohl er nicht weiß, wie weitdieses schon mit Petersburg verpflichtet ist.
Der Minister unterscheidet scharf, wie er mirwiederholte, zwischen dem österreichisch-serbischenund österreichisch-russischen Streit. In ersteren wolleer sich nicht mischen, da er ihn nichts angehe. Derösterreichisch-russische Streit aber be-deute unter Umständen den Weltkrieg,den wir im vorigen Jahre durch die Botschafterkon-ferenzen gemeinsam hätten verhindern wollen. Euro-päische Verwicklungen aber seien auch für Groß-britannien nicht gleichgültig, obwohl es durchkeinerlei bindende Abmachungen ver-pflichtet wäre.
Er wolle daher mit uns zusammen wie bisher, soauch jetzt, im Sinne der Erhaltung des europäischenFriedens Hand in Hand Vorgehen, und er hoffe vonunserer beiderseitigen Vermittlung, der sich wohlauch Frankreich und Italien anschließen würden, dieVerhütung eines österreichisch-russischen Krieges.
Was die österreichische Note betreffe, so erkenneer das berechtigte Verlangen Österreichs nach Genug-tuung vollkommen an, ebenso das Begehren nach Be-strafung aller mit dem Morde in Verbindung stehendenPersonen, auf Einzelheiten der Note ließ er sich nichtein, schien aber zu hoffen, daß es unserer Vermitt-lung gelingen werde, eine Einigung auch hierüber zuerzielen.
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