reich hineingezogen, so sei die Lage sofort eineandere und die britische Regierung würde unter Um-ständen sich zu schnellen Entschlüssen gedrängtsehen. In diesem Falle würde es nicht angehen, langeabseits zu stehen und zu warten. „If war breaks out,it will be the greatest catastrophe that the world everhas seen”. Es liege ihm fern, irgendeine Drohung aus-sprechen zu wollen, er habe mich nur vor Täuschungenund sich vor dem Vorwurf der Unaufrichtigkeit be-wahren wollen und daher die Form einer privaten Ver-ständigung gewählt.
Sir E. Grey fügt noch hinzu, die Regierung müsseauch mit der öffentlichen Meinung rechnen; bisher seidieselbe im allgemeinen für Österreich günstig ge-wesen, da man die Berechtigung einer gewissen Genug-tuung anerkenne, jetzt aber fange sie an, infolge derösterreichischen Hartnäckigkeit vollkommen um-zuschlagen.
Meinem italienischen Kollegen, der mich soebenverläßt, hat Sir E. Grey gesagt, er glaube, falls dieVermittlung angenommen werde, Österreich jedemögliche Genugtuung verschaffen zu können, ein de-mütiges Zurückweichen Österreichs käme gar nichtmehr in Frage, da die Serben auf alle Fälle gezüchtigtund unter der Zustimmung Rußlands genötigt werdenwürden, sich den österreichischen Wünschen unter-zuordnen, Österreich könne also auch ohne einenKrieg, der den europäischen Frieden in Frage stelle,Bürgschaften für die Zukunft erlangen.
Lichnowsky.
AN DAS AUSWÄRTIGE AMT London, 30. 7. 1914
H abe soeben mit Sir E. Grey gesprochen. Er sagt,er könne mir versichern, daß die Franzosen ihrenganzen Einfluß in Petersburg im Sinne einer fried-