erschien zuerst eine Kommission, um den Tatbestandfestzustellen und um ein Protokoll aufzunehmen,dann noch eine zweite und eine dritte. Schließlichkosteten die Kommissionen mehr als die neue Esse.So etwa würde es bei der „Vergesellschaftlichung"überall aussehen! Würden gar noch alle industriellenGroßbetriebe mit eingezogen, so würde im Zukunfts-staat etwa jeder dritte Mensch ein Staatsbeamter seinund wir hätten ein bureaukratisches Regime, das denseligen preußischen Beamtenstaat als einen unschulds-vollen Waisenknaben erscheinen ließe!
Will man aber zwangsweise den landwirtschaft-lichen Großbetrieb in genossenschaftlicher Weise ein-führen, so fällt damit die vielgerühmte Selbständigkeitund Freiheit des kleinen Mannes naturgemäß fort. Erwird unter die Vormundschaft des Staates gestellt,der ihm vorschreibt, wie und was er anbauen soll, erdarf seinen Acker nicht mehr nach eigenem Gutdünkenbewirtschaften, sondern hat sich den Anordnungen derBehörde zu fügen. Also eine neue Form der Beamten-willkür, der Obrigkeitsstaat bis in die intimsten Privat-verhältnisse!
Gegen die Annahme, daß die sogenannten Lati-fundien volkswirtschaftlich unter allen Umstän-den verwerflich seien, spricht übrigens die Tatsache,daß der Körner ertrag pro Hektar der Weizenfläche inDeutschland nur von Belgien übertroffen wird, wäh-rend alle übrigen europäischen Länder, auch das sostark parzellierte Frankreich, Zurückbleiben.
II.
F ür den Forstbetrieb ist der Großgrundbesitzunentbehrlich. Forst, das ist Nutzwald, der derAllgemeinheit zu dienen berufen ist, kann, ob er sich
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