eine leere Schneefläche gestellt sehen! Wo sollen miteinem Zauberschlage die vielen Wohnstätten, das un-bedingt erforderliche Vieh, die Geräte herkommen,selbst wenn die Ansiedler Kenntnisse, Erfahrungenund Arbeitslust mitbringen? Was sollte aus Ansiede-lungen werden, die mehr auf bukolischen als auf öko-nomischen Grundlagen ruhen, wenn der enttäuschteVaterlandsverteidiger nach einiger Zeit erklärt: „Dashabe ich mir ganz anders vorgestellt“, und die Scholleverläßt?
Jeder erfahrene Landwirt kann nicht dringend ge-nug davor warnen, Leute, die bisher in anderen Be-rufen tätig waren, durch die Aussicht auf ein idylli-sches Schäferleben auf das Land zu locken. Die un-ausbleibliche Enttäuschung würde nur durch den an-gerichteten volkswirtschaftlichen Schaden übertroffen.Man kann daher unseren Kriegern nurraten, möglichst in die Berufe zurückzu-kehren, aus denen sie gekommen sind. DieAnsiedlung ist ein großes Werk sowohl volkswirt-schaftlich wie sozialpolitisch, es braucht aber sehrviel Zeit, sehr viel Geld und sehr viel V er-st ä n d n i s, wenn es nicht fehlschlagen und zu Kata-strophen führen soll!
Zu einer sachgemäßen Ansiedlungspolitik werdensich auch ohne Zwangsmaßnahmen genügendGelegenheiten bieten, eine überstürzte gewalt-tätige würde aber nicht zum Ziele führen und demnationalen Wirtschaftsleben schwere Erschütterungenbereiten.
Unter Demokratie und Freiheit verstehe ich dasdenkbar geringste Maß obrigkeitlicher Bevormundungund gesetzlichen Zwanges, nicht aber das Gegenteil,sei es nun, daß die Behörde mit dem Schmuck desRoten Adlerordens oder ohne ihn einherschreitet.
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