zu England bringen muß, daß wir gewissermaßenzwischen Rußland und England zu optieren haben. ImGegenteil, die deutsch -englische Verständigung ist umso leichter, wenn wir gut mit Rußland stehen, wennwir Rußland entlasten, statt es abzulenken, wie wires taten, wenn es in Asien und im Orient freie Handhat. Duobus litigantibus —. War doch die russisch-englische Freundschaft unser Werk, eine Folge derVergrämung beider. Ebenso war die russisch-französi-sche Allianz eine Folge des Berliner Kongresses undder Erneuerung des Dreibundes nach Kündigung desRückversicherungsvertrages.
So leicht freilich wie mit dem uns so wohlge-sinnten zaristischen Rußland , das uns immer zurief:„Lächez l'Autriche, et nous lächerons les Franpais“ist die Annäherung an Rußland nicht wieder zu be-werkstelligen; wir haben es erreicht, auch dort gründ-lich verhaßt zu sein, und müssen es der Entente über-lassen, das bürgerliche Rußland unter ihren Schutzzu nehmen. Charles Rivet, der langjährige Vertreterdes ,,Temps‘‘ in Petersburg , schließt sein interessantesBuch: „Le dernier Romanof“ mit der Bemerkung:„Puissions-nous avoir reussi dans cet ouvrage ädonner au moins une vision de ce qui fut la Russie äjamais disparue aujourd'hui, pour faire comprendrece que les adversaires de l'Allemagne viennent degagner avec la chute du dernier Romanof." Und alsinfolge der törichten Mission Liman von Sanders dieErregung in Rußland hoch ging und die französischePresse bemüht war, Öl ins Feuer zu gießen, erklärteihm Herr Sasonow : „Quoique vous fassiez, monsieur,vous ne nous brouillerez pas avec l'Allemagne.“ HerrRivet fügt hinzu: ,,Celle-ci s’est chargee elle-memeen 1914 de prendre sur eile, ce que redoutait tant cetexcellent M. Sazonoff."
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