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Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
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Großmächten außerordentlich leiden, ihn daher mit allen Mit-teln verhindern würde, andererseits aber eine Schwächungoder Vernichtung Frankreichs im Interesse des europäischenGleichgewichts und, um eine deutsche Übermacht zu verhindern,niemals dulden könne. Das hatte mir bald nach meiner An-kunft Lord Haldane gesagt. 2 n ähnlichem Sinne äußertensich alle maßgebenden Leute/

Das Scheitern der Versiändigungsverhandlungen hatte zurFolge, daß die englischen Marinerüstungen weiter gingen unddaneben die Umorganisation der Flotte, die Konzentration derZchlachtflotte in der Nordsee , die der französischen Flotte imMittelmeer , was bei uns als Drohung gegen Italien aufgefaßtwurde, und zu einer scharfen, inspirierten Kritik in der «Frank-furter Zeitung " Anlaß ab. Trotzdem kamen immer noch vonZeit zu Zeit freundliche Auslassungen aus England über Ver-ständigungsmöglichkeiten, den «nsval kloliäa)/ usw.

Mit welcher Zähigkeit Ballin an dem Gedanken festhielt,die Marineautoritäten zu einer Verständigung zu bringen,beweist die Tatsache, daß er versuchte, mit dem englischenGeschwader, das 1914 zur Kieler Woche kam, auchChurchill herüber und endlich zu einer persönlichenAussprache mit Ticpitz zu bringen.

Churchill war auch durchaus geneigt, leider aber wünschte

man in Deutschland und zwar war es diesmal der Kaiser,

der diesen Wunsch hatte daß man von England aus offiziell

in Deutschland anfinge, ob sein Besuch willkommen sei. Eine

solche Anfrage zu stellen, das ging offenbar der englischen

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