Morgen, als Kuskop noch in den schönsten Träumen lag, erschienen beiihm zwei Veamte der Kriminalpolizei und führten ihn nach dem Arrest-lokal im Stadthaus. Um zehn Uhr wurde er Herrn Livonius oder einen;anderen der damaligen Gewalthaber vorgeführt, der ihn fürchterlich an-schnauzte und von ihm nähere Auskunft über dieses Arsenik-Unglückverlangte. Kuskop sagte, er habe natürlich sofort gemerkt, daß ihn der«dumme Junge" habe hereinfallen lassen, und darum habe ersetze Aus-kunft verweigert. Er sei dann Lenator Petersen vorgeführt worden,der mit großer Beredsamkeit versucht habe, ihm den Namen des Misse-täters zu entlocken. Kuskop war aber standhaft geblieben, und Petersenhabe schließlich, um ihn gefügig zu machen, ihn wieder in Arrest führenlassen. Abends um fünf Uhr sei er wieder aus dem Arrestlokal geholtworden und wieder zu Lenator Petersen gebracht, der jetzt auf das ent-schiedenste von ihm die Angabe des Namens verlangte. Kuskop habeihm aber gesagt: «Herr Lenator, wenn Lie an meiner Ltelle wären,würden Lie ihn auch nicht nennen." Darauf habe sich Lenator Petersenzu den Beamten gewandt und habe gesagt: «Lehen Lie, meine Herren,Herr KuSkop ist ein Gentleman. Mit dem werden wir nichts. Es istam besten, Sie schmeißen ihn raus." Das sei denn auch von diesen Be-amten, in Gemeinschaft mit noch einigen Kollegen, in der gründlichstenForm besorgt worden.
Ebenso hübsch war das Erlebnis, das er mir einst gelegentlich einerProbefahrt auf hoher Lee anvertraute. Da hatte ihm einer seinerLtammtischgenossen bei Mutzenbecher — er nannte sie bei solchen Ge-legenheiten immer «die dummen Jungens" — als neuestes vom neuenaufgebunden, daß Kapitän Kier in Rio de Janeiro unter dem fälsch-lichen Verdacht des Diebstahls verhaftet worden sei. Kuskop, der demFrieden nicht ganz traute, andererseits aber auch eine so hochinteressanteNachricht den Lesern des «Fremdenblatt" nicht vorenthalten wollte,glaubte vorsichtig genug gewesen zu sein, indem er nicht den Namendes Kapitäns nannte, sondern nur von dem «Führer eines Hamburger