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Italiener hier gleich an der Quelle aufgenommen und auf deutsche Verhält-nisse, auf die Sitten der Stadt Nürnberg , angewandt wird. Eyb hatte nochwährend der späteren Lebensjahre Barbaros eine lange Studienzeit, diemit Unterbrechungen sich weit über ein Jahrzehnt ausdehnte, an denitalienischen Universitäten Pavia und Bologna verbracht. Er war einer dervielen Deutschen, deren Herz in Italien büeb und die im Norden sichständig nach dem Lande ihrer Wahl zurücksehnen. Nur ungern nahmer vom Süden Abschied, um die geistliche Würde, die seiner im Vater-land wartete, zu empfangen. Als dies nicht mehr herauszuschieben war,wollte er sich doch wenigstens eine Blüte des humanistischen Geistesnach Hause mitnehmen, da er als vermögender Mann sich eine Biblio-thek sammeln konnte. Darüber hinaus hatte er seit Jahren in Italien ein Zitatenbuch geführt, in das er alles ihn Ansprechende hineinschrieb.Dieses ist noch erhalten. Um sich selber in dem Gewirr der unzusammen-hängenden Stücke zurechtzufinden, legte er ein Sachregister an, mit Titelnwie etwa: De caritate in patriam, depace contrahenda, DE RE UXORIA.Eyb sah besonders auf das letzte und sammelte 40 alles, was er in Italien an Hochzeits- und Eheschriften fand. Der den Germanisten wohl-bekannte Nürnberger Arzt Hartmann Schedel hat nach Eybs Tod indessen nachgelassener Bibliothek in Eichstädt viele Abschriften genom-men, die in der Münchner Staatsbibliothek aufbewahrt werden. Die oben-erwähnte 32 humanistische Hochzeitsschrift, in der Barbaro als Vorbildgenannt ist, stammt dorther. In dieser Sammlung befindet sich z. B. einePULCHRA ORATIO PRO LAUDE MATRIMONII, die den Kindersegenüber alles Glück stellt; natürlich fehlen auch nicht Theophrasts Warnungvor der Ehe sowie Betrachtungen eines Guarino nahestehenden Huma-nisten namens Lamola über die PUDICITIA. Nach seiner Rückkehr indie Heimat verläuft die literarische Produktion Eybs in den nämlichenBahnen, zuerst erscheint eine lateinische Schrift für seine Mitdomherrenvon Eichstädt, ein LOB DER FRAUEN. Als jene noch den Wunsch äußer-ten, von ihm auch von den Schattenseiten des weibüchen Geschlechteszu hören, verfaßte er eine Rügeschrift gegen die Kupplerin. Hier folgtEyb einem beliebten Humanistenmotive, das ihm von den nämlichenitalienischen Schriftstellern zufloß.Die Kupplerin ist für ihn die schlimmsteVertreterin des weiblichen Geschlechts, und er meint, das eigentlich