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unter den Hauptbefestigungsturm im Norden bei Mombello eine schwereMine getrieben, die er kurz vor seinem Sturmangriff am Morgen des30. November springen ließ, so daß an dieser Stelle vor ihm Wall, Gra-ben und Mauer eingeebnet wurden 60 . Verschärftes Artilleriefeuer setzteein, um die schon klaffenden Breschen zu erweitern und durch starkeRauchentwicklung des Pulvers den Belagerten zu verschleiern, wie manden Angriff im Lager vorbereitete. Zwei feindliche Kolonnen greifen an,die eine klettert mit Italiano an der Spitze über den geborstenen Turmbei Mombello und ist schon im Gebiet der Stadt, ehe die Bürger esgewahr werden. Zuerst bemerken die Frauen und Greise, die, wie wirhörten, auch auf der Stadtmauer Aufstellung genommen hatten, denEinbruch des Feindes und erheben ein markerschütterndes Geschrei, sodaß die nächststehenden Wachmannschaften aufgeschreckt werden undvon allen Seiten nach der Bastion von Mombello stürzen. Dort ent-wickelt sich ein blutiger Nahkampf. Der Feind wird nach vierstündigemRingen zurückgeschlagen. Die Städter hatten 40 Tote und einige Hun-derte von Verwundeten, von denen noch viele starben, zu beklagen,doch beim Feind waren weit größere Verluste, so daß er keine Lustmehr zeigte, am Nachmittag noch einmal an dieser Stelle anzugreifen.Den ganzen Tag aber dauert bei San Appolonio das Gefecht mitden Hauptstreitkräften Piccininos. Wiederum tut sich Italiano mit Un-gestüm hervor; er erkämpft sich seitlich des Forts Mombello einenWeg über die zerrissenen Mauern und gewinnt Einblick in die Stadt;schon glaubt er sich ihrer bemächtigen zu können. Um sein Rache-werk zu beginnen, zielt er mitten in eine Schanzkolonne von Arbeiternund Frauen, die zwischen Mombello und Ravarotto ein anderes festesVorwerk baute, und richtet unter den Wehrlosen ein großes Blutbadan; aber keinen Augenblick lassen sich die Tapfern dadurch in ihrerArbeit stören.
Durch das Einstürzen der Mauern war das Gelände so eingeebnet, daßdie feindlichen Reiter vom Wall ohne weiteres in die Stadt hereinreitenkonnten. Bei diesem furchterregenden Anblick bekamen doch mancheAngst und murmelten zwischen den Zähnen, daß es jetzt zur Über-gabe Zeit sei, um dem äußersten Verderben zu steuern. Doch reißen400 auserwählte Krieger, die zur Hilfe herbeistürmen, die Furcht-