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Städter zu ermutigen: Der bevorstehende Angriff sei sicher der letzteund entweder für die Stadt verhängnisvoll oder ruhmreich, weil sie sichdann endgültig des Feindes erwehrt hätte.
Am 13. Dezember bricht, wie erwartet, erneut der Sturm los 63 . Nun mußBrescia auch den letzten Mann an seine Verteidigung setzen. DerPodesta späht in der Stadt nach noch Unbewaffneten aus, um mit ihnenein letztes Aufgebot zusammenzustellen. Barbaro hält sich bereit, immeran den gefährdetsten Platz zu eilen. Taddeo d'Este steht gefechtsbereitan der Spitze der Reiterei bei Ravarotto, und dem Kondottieren JacopoCatalano wird das Kommando der Bastion Mombello, die noch inTrümmern lag, anvertraut. Inzwischen hatte sich im Schutze der NachtItaliano an die notdürftig wiederaufgerichteten Stadtmauern bei Mom-bello herangeschlichen, sie unterwühlt und künstlich durch Stützbalkengehalten. Er dachte, daß die Mauern, wenn er am andern Morgen dieseStützbalken in Brand steckte, stadtwärts einfallen würden, aber dieBürger waren auf ihrer Hut und wußten es durch Stangen so einzurich-ten, daß die Mauern nach außen auf die Befestigungswerke der Feindestürzten. Piccinino hatte nach den großen Verlusten der früheren An-griffe nur noch 15 000 Mann zum Sturm anzusetzen. Zunächst griff erzwischen Mombello im Norden und dem Fort San Appolonio an, ver-breiterte aber die Front schnell auf die drei den Brescianern schon ver-ratenen Stellen. Bisher hatte der mailändische General Schar für Scharins Gefecht geschickt und dann wieder von frischen Truppen ablösenlassen. Da er aber sieht, daß er damit nicht zum Ziele kommt, weil zwischen-durch die Verteidiger immer wieder Zeit hatten, sich zu erholen unddie Mauern auszubessern, ändert er seine Taktik und wirft nun alle seineTruppen auf einmal in den Kampf, so daß die Angreifer viel dichtergestaffelt waren als vorher und dadurch den Brescianer Schützen einbesseres Ziel gaben. Einem geschickten Kanonier gelingt ein Voll-treffer in den dichtesten Haufen, der 19 Soldaten zerschmettert undviele verwundet; dadurch wird der Angriff an dieser Stelle zum Stehengebracht. Beim Nahkampf schweigen auf beiden Seiten die Geschütze,und die Brescianer wehren sich mit allen spitzen Gegenständen, derensie habhaft werden können. Frauen eilen auf die Bastionen und schüttenauf die zwischen den Trümmern herauf kletternden Feinde kochendes