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überträgt Cosimo dem Architekten Michelozzo den Bau der Bibliothekim Benediktinerkloster San Giorgio Maggiore , und als er Venedig verläßt,schenkt er da2u auch seine zurückgelassenen Bücher. Seinen Wohnsitz abernahm Cosimo, nachdem er zuerst in dem Patrizierhaus der Donato Gastgewesen war, draußen in der Lagune im Kartäuserkloster San Andrea delLido. Bekanntlich hebte er auch zu Hause nach anstrengender Arbeitdie stille klösterliche Zurückgezogenheit, und noch heute zeigt man inFlorenz in San Marco, dem späteren Kloster Savonarolas , die stille Zelle,in die sich Cosimo vor der lärmenden Welt zurückzuziehen pflegte. Alszehn Jahre später Barbaro zum Prokurator von San Andrea del Lido ge-wählt wurde, bat er Cosimo, da es jetzt zu seinen Pflichten gehöre, fürdie Ausschmückung des seiner Obhut anvertrauten Klosters zu sorgen:«Obwohl du dort (zu Hause in Florenz ) für die Nachwelt viele Denkmaledeiner Freigebigkeit zurücklassen wirst, durch die du deinen Namen, ichmöchte sagen, der Unsterblichkeit geweiht hast, so wird es dir doch nichtgeringes Lob eintragen, wenn er auch von uns, gleichsam von einer Wartedeiner Anhänger auf irgendeine andre Weise in alle Welt wandern wird 47 .»Zudem hätten Barbaro neulich die Mönche erzählt, daß Cosimo währendseines Aufenthaltes im Kloster versprochen habe, eine Zelle dort zu bauenoder die Kirche auszuschmücken. Nun mahnt ihn Barbaro freundlich anseine Pflichten gegenüber dem heiligen Andreas und erinnert ihn, daßer zur gefährdetsten Stunde seines Lebens dort wie in sicherem HafenZuflucht gefunden habe.
Während der Abwesenheit Cosimos von Florenz betrieb Angelo Acci-aiuoli die Rückberufung der Medici ; in einem Briefe riet er, Cosimo müssesich nur mit gewissen einflußreichen Leuten in Florenz verständigen unddann irgendeinen Krieg anzetteln, — damit war man damals leicht bei derHand! — um Gelegenheit zu haben, die arme florentinische Staats-kasse mit seinen reichen Mitteln zu unterstützen. Der Plan schlug fehl,weil man in Florenz den Brief abfing und Acciaiuoli zu zehn Jahren Ver-bannung verurteilte. Aber im September 1434 beim nächsten Amts-wechsel änderten sich die Verhältnisse, weil den Medici günstig gesinnteStaatsmänner ans Ruder kamen. Vergeblich setzte Rinaldo degli Albizzi einen Aufstand ins Werk. Papst Eugen IV. , der seit kurzem seinen Sitzin Florenz genommen hatte, legte sich ins Mittel und rief die streitenden