DIE FREILASSUNG ERMOLAO DONATOS
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sei, «wie es unter vielen berühmten Männern nach unserem und derVäter Gedenken in einem freien Volke zuweilen geschieht». Alle sollensehen, wie weit die Großmut Cosimos reiche, daß er gerade im Unglückseiner Gegner die früher erlittene Unbill vergesse. «Nichts steht einemgroßen und berühmten Manne besser an als Versöhnlichkeit und Milde,und es gibt nichts im Leben, was größere Bewunderung erweckt undden Menschen ehrwürdiger macht, als wenn er diejenigen durch Wohl-taten besiegt, die er durch Wohlwollen allein sich nicht verbindenkonnte.» Voll sei die antike und jüngere Geschichte von Beispielen derGroßmut, die sich am Feinde nicht rächte, der in ihrer Gewalt war.Diese Mahnung hatte Erfolg; Cosimo gab sie weiter an den HerzogSforza und beide Männer verschlossen sich der hochsinnigen Bitte Bar-baras nicht. Auch herrschten jetzt in Mailand andere Sitten als unter demverstorbenen Herzog. Wenn der bösartig gesinnte Filippo Maria den Er-molao Donato in seine Gewalt bekommen hätte, so würde er vielleicht,wie er es mit einem andern ihm verhaßten Venezianer machte, ihn fürtot ausgegeben und heimlich in die berüchtigten Öfen von Monza ge-sperrt haben; das waren Käfige, in denen die Gefangenen nur hockenkonnten, und um ihnen auch das Sitzen schmerzhaft zu machen, standenaus dem Boden Pflöcke hervor. Bis zum Tode des Herzogs schmachtetehier auch Colleoni . Aber Sforza war menschlicher und entließ ErmolaoDonato auf Aufforderung Cosimos, so daß ihn Barbaro schon am 8. No-vember zu seiner Rückkehr nach Venedig beglückwünschen konnte.Der Krieg mit Herzog Sforza dauerte noch viele Jahre bis über den TodFrancesco Barbaros hinaus. Wie sie übereingekommen waren, habensich deshalb Cosimo und Barbaro nie mehr geschrieben. Aber das letzteWort Francescos hallt nach. Wer in der Begegnung zweier bedeutenderMenschen auf Erden nicht ein zufälliges Gehen und Kommen sieht,sondern eine innewohnende Gesetzmäßigkeit erahnt, der wird fühlen,daß diese beiden vornehmsten Geister ihres Jahrhunderts sich nicht nuräußerlich aus politischen Gründen, sondern auch innerlich Schweigenauferlegen mußten, nachdem sie einmal die Höhe ihrer Freundschafterstiegen hatten, als das Äußerste, was Freunde sich sagen können, inFrancescos Brief wunderbaren Ausdruck gefunden hatte; da durfte Cosimonicht anders, als stumm mit Tat antworten. In dieser eindrücklichen
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