m
297
Fegefeuers ertragen, wenn wir diesen geringen Durst hienieden nichtaushalten können!» Bernardo erinnert sich aus seiner Knabenzeit, wieLorenzo als Bettelmönch um Almosen an der Tür des väterlichen Hausesgeklopft habe. Er wollte nie eintreten, sondern wartete draußen. Wenndie Mutter sich seiner erbarmte und den Knechten befahl, ihm den ganzenBettelsack mit Brot zu füllen, wies er diese Erleichterung zurück undnahm nur zwei Brote an. Es ist einleuchtend, daß Lorenzo durch die Ent-schiedenheit, mit der er seinen Pfad wandelte, in seinen Brüdern und inihrem Leben einen bleibenden Eindruck hinterließ. Bei Leonardo wurdedie asketische Wirkung des heiligen Lorenzo mit den Jahren immerstärker. Ursprünglich sahen wir ihn als Schüler Guarinos auf andernWegen. Mit seinem Bruder Marco, der wie er selber Staatsmann wurde,begeisterte er sich an den Heldengestalten Plutarchs ; auch neigte er zeit-weise zu einer Art Pantheismus; während seiner Mannesjahre schrieb ereinmal: «Wenn ich in meiner Jugend nicht die Grundbegriffe der Naturstudiert hätte, so würde ich jetzt denselben Glauben haben wie dieMenge und in all dem Wunder sehen, was vielleicht von der geheimenKraft der Natur geschaffen wurde 57 .» Vor Abweichungen vom christlichenGlauben bewahrte ihn aber sein Bruder Lorenzo, den er täglich besuchte.Dieser brachte ihn allmählich auch von seinen Jugendgedichten, denleichten Liebesliedern der Strambotti, ab und statt der heidnischenSchriftsteller empfahl er, sich den <alten keuschen Leuchten) der Kirchezuzuwenden. Der Einfluß des heiligen Bernardino von Siena, auf dessenFreundschaft Leonardo stolz war, kam noch hinzu. In demselben Jahre1423, in das die bedeutsame Begegnung des Heiligen mit Barbaro inTreviso fällt, lernte ihn Leonardo bei seiner Predigt in Venedig kennen;es war die besondere Freude des Hauses Giustiniani, daß der Heiligegegen Ende seines Lebens noch einmal durch Venedig kam und beiLeonardo einkehrte. Der Bruder Lorenzo weigerte sich dagegen, seiter ins Kloster eingetreten war, die häufigen Einladungen der Brüderanzunehmen und das elterliche Haus wieder zu betreten. Später wurde erdurch Papst Eugen IV. gegen seinen Wunsch aus der klösterlichen Sülleherausgerufen und auf den Bischofsstuhl von Venedig erhoben, den ernoch 23 Jahre inne hatte. Den neuen Eintritt ins tätige Leben, den ernach 20 Jahren ldösterlich abgeschlossenen Lebens als Fünfziger vollzog.
c.
iker
Eire itannigj
aucflarcalstellt!e des: An|>ubl
Berlik
1
ratufl
reudTSirg
:mmi
als
raul
I
ldedai'fA|
r e lsntl
M
[tigl
M
kla*