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Francesco Barbaro : Früh-Humanismus und Staatskunst in Venedig / Percy Gothein
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LODOVICO FOSCARINI

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sowie seine Zuversicht, sein verdoppeltes Vertrauen zu Barbaro. Er ge-steht, daß für ihn Briefe und Empfehlungen des verehrten Mannes das Ge-wicht von Senatsbeschlüssen haben 55 . Auch Barbaro gab dem AndrängenFoscarinis Raum und schrieb ihm einen anerkennenden Brief, voll desLobes über seine staatsmännische Tüchtigkeit, als dieser im Sommer 1451Podestä von Verona war 66 . «Ich habe mir vorgenommen, unserem dauern-den Schweigen ein Ende zu machen, damit ich meine Sehnsucht nachdir durch die Zwiesprache ein wenig lindere und dir nicht die süßeFrucht des Briefschreibens raube. Im Senat ist in den letzten Tagen mitgroßem Beifall dein Brief verlesen worden, den du von Legnago geschickthast. Aus ihm geht nicht nur hervor, wieviel du vermagst im Reden,sondern auch im Handeln und im schnellem Entschluß ...» Foscarinihatte durch seinen Zuspruch die mutlosen und zerrütteten Truppen wiederzur Disziplin gebracht. Barbaro fährt daher fort: «Was von andern un-bedachtsam getan war, hast du so klug in Ordnung gebracht, daß alleeinsahen, die Landstadt, die durch eines anderen Schuld von Furchtsozusagen erdrückt war, sei durch dich von ihr befreit worden. Außer-dem wird gerade von den Besten die Unantastbarkeit deines Charaktersgelobt, weil du verschmäht hast, waffenlose und nichts Böses ahnendeSoldaten ohne Kampf auszuplündern, und weil du einen Vorteil deinerfür unwürdig hieltest, an dem Schande und räuberischer Betrug haftet.»Hier wird ganz deutlich, welche staatsmännische Haltung, welche Über-lieferung von Barbaro auf Foscarini übergehen. Ganz in Barbaros Sinnenennt sie Foscarini in seiner Antwort 67 auf diesen Brief: «pium debitumquereipublicae officium». Foscarini dient als Mittelsmann zwischen deneinstmals von Barbaro betreuten Städten der Terra ferma und ihm, dersie nun im Senat beschützte. Er ist ein guter Anwalt der berechtigtenKlagen des Landes: «Da du es bei deiner Weisheit besser wissen mußt,schreibt er ehrfürchtig an Barbaro, so wende ich mich an dich, denfrommen Vater des Vaterlandes, den Schutzherrn der Veroneser, diedeine Würde ehren, mit der Bitte, ihr möget uns nicht noch schwerermit Soldaten, nein vielmehr mit Räubern belasten, die unsere Leute wieFeinde behandeln: ihre Grausamkeit und ihre Habsucht übertrifft alles 68 .»Dann entwirft Foscarini vor Barbaros Augen ein düsteres Bild davon,wie schonungslos die Soldateska die arme Bevölkerung unterdrückt:

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