die Gesamtheit. Die Wahl zwischen beiden kann nicht schwer fallen.Wer sich über die einschlägigen Verhältnisse klar geworden ist, dembleibt nur eines übrig: fest und treu zu unsrer Goldwäh-rung zu stehen und allen Versuchen, im Interesse ein-zelner kleiner Kreise unser Geld zu verschlechtern, denkräftigsten Widerstand entgegen zu setzen. Der deutscheReichstag hat am 16. Februar des Jahres einen Antrag mit großerMajorität angenommen, welcher die Reichsregierung nm Einberufungeiner internationalen Münzkonfereuz zur Regelung der Währuugsfrageersucht. Die Erklärungen der Regierung und die Beschlüsse des Staats-rates lassen die Sicherheit vermissen, daß die Regierung sich ausWührungsexperimente nicht einlassen wird. Zwar rühren sich infolgedieser Vorgänge überall im Deutschen Reich Industrie und Handel.Zahlreiche Handelskammern haben energische Beschlüsse zu Gunsten derGoldwährung gefaßt, der deutsche Handelstag hat sich nahezu ein-stimmig für die Aufrechterhaltuug der Goldwährung ausgesprochen, einVerein znm Schutz der deutschen Goldwährung hat sich ge-bildet, und unter seinen Mitgliedern finden sich die glänzendsten Namenaus Industrie, Handel und Gelehrtenwelt. Aber man gebe sich deshalbkeinen falsche» Hoffnungen hin. Der agrarische Bimetallismushat gerade bei uns in Deutschland eine nicht zu unter-schätzende politische Machtstellung. Es wird der größtenAnstrengungen bedürfen, die Interessen der Allgemein-heit gegenüber dem Ansturm einer privilegierten Klasse,welche die breite Masse der laudwirtschaftlichen Bevöl-kerung durch jahrelange Agitation und Vorspiegelungfalscher Interessen für ihre Zwecke mobil gemacht hat,mit Erfolg zu verteidigen.
Tnick von A, Bonz' Erben in Stuttgart.