Druckschrift 
Aus dem Leben eines deutschen Bibliothekars : Erinnerungen und biographische Aufsätze / von Otto Hartwig. [Hrsg.: Erich Liesegang]
Entstehung
Seite
33
Einzelbild herunterladen
 

33

Korrespondenzen und Leitartikel für die Weserzeitung, schriebBriefe Wilhelm von Humboldts ab, die ich in dem Privat-archive einer Rinteln benachbarten hochinteressanten adligenFamilie gefunden hatte, und ließ sie in den Preußischen Jahr-büchern drucken. Auch an meinen sizilischen Aufsätzen schriebich weiter. Als mir mein Direktor vor Ende des Sommer-seinesters seine Befürchtung aussprach, der Kollege, der dasOsterprogramm zu schreiben habe, werde, wie gewöhnlich, nichtdamit fertig werden, unternahm ich, auch dieses zu verfassen.So entstand meine Ausgabe des ältesten Stadtrechtcs vonMessina , das, mit einer rechtsgeschichtlichcn Einleitung versehen,als erstes Heft eines Lockex juris ir>unicipali5 Liciliae er-schienen ist. Ich hatte mir nämlich die ältesten, zum Teilsehr seltenen Ausgaben der Stadtrechtc von Sizilien mit-gebracht und von den ungedruckten Statuten Abschriften ausdem Palermitaner Staatsarchiv erhalten. Ich habe späterdieses gesamte Material dem gelehrten Rechtshistoriker W.von Brünneck, der in Halle an der Bibliothek als Volontärarbeitete und jetzt dort als ordentlicher Honorarprofessor wirkt,zur Verfügung gestellt. Er hat dann 1881 auf Grund hiervonsein schönes Werk:Siziliens mittelalterliche Stadtrechte" erschei-nen lassen. Mit meiner damaligen Studie hingen noch einigeandere Arbeiten zusammen, die 186667 ausgeführt wurden.Ich meine hier den Aufsatz:Eine Konstitution König Kon-rads I V." in denForschungen zur deutschen Geschichte", fernerdieBeiträge zur Geschichte Siziliens im Mittclaltcr" im20. Bande von SybelsHistorischer Zeitschrift", ferner den Essay:Kaiser Heinrich VI. und die Geschichtsschreibung" in GelzcrsProtestantischen Monatsblättern", der im Anschlüsse an Th.Toechcs Werk über diesen Kaiser dessen geschichtliche Stellungzu zeichnen sucht.

Während ich so in Rinteln nicht feierte, beschäftigte michnoch dazu eine für mich viel wichtigere Angelegenheit weittiefer. Bei meinen unsicheren Lebensverhältnisscn hatte ichbisher nicht daran denken können, mich zu verloben oder gar

Hartwig. AuS dem Lebe». 3