besseren Lichte erscheinen zn lassen. Und wieviel wohlhabendeStudenten, sagen wir, die einen Jahreswechsel von t OOO Markhatten, gab es unter diesen? Die meisten Studiosen Marburgsstammten aus Knrhessen, einige wenige Norddeutsche, die derberühmte Chemiker Robert Bunsen hierher gezogen hatte,studierten sreilich damals hier. Aus Nassau stammten wohl10 bis 20, einzelne aus Waldeek und Westfalen . Zuweilenverlief sich ein Detmolder hierher, der ein von TonopschesBcnefizinm hatte. Aus gleicher Veranlassung kamen einigeprotestantische Ungarn oder Siebcnbnrger.
Knrhessen war nun ein keineswegs wohlhabendes, geschweigedenn ein reiches Land. Es herrschte in ihm, wie man wohlgesagt hat, eine „honnette Panverto", also auch bei der Mehrzahlder Studiosen von Marburg . Waren auch die lieben Elternbereit, den Herrn Söhnen, eingedenk der schönsten Jahre ihreseigenen Lebens, einen so großen Wechsel zu geben, als sievermochten, sie konnten eben nicht allzuviel geben. Es warnatürlich eine Anzahl vorhanden, welche keine Unterstützungaus Benefizien, Areitischgeldern usw. bezogen; aber ich meinedoch, wenn man die Familienstiftnngen mit in Anschlag bringt,so bildete diese doch nicht die Hälfte der Mnsensöhne. Es istmir bis auf den heutigen Tag ganz unerfindlich, wie sich nichtwenige mit ganz Wenigem haben durchschlagen können, Hono-rarerlassc wurden, meine ich mich zu entsinnen, solchen nichtgewährt, die Benefizien in müßiger Höhe hatten. Schuldenwurden freilich gemacht, aber doch nicht übermäßig hohe. DiePhilister kannten die Höhe des regulären Pumps, den sie beimUniversitätsgcricht einklagen konnten und auf Grund dessensie die Abgangszeugnisse zn belegen berechtigt waren, sehrgenau. Sie konnten sich ja auch leicht sichere Kunde überden Geldbeutel der Eltern ihrer meist dem engeren Vaterlandcentsprossenen Schuldner verschaffen. Es kam daher auch nurselten vor, daß das Schuldenkarzer besetzt war. Nur ein spä-terer knrhessischer Bnndestagsgcsandter, über den man R. v.Mohls Selbstbiographie nachlesen möge, hat dort allerdings