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brand, von Sybcl, Thiersch, Waitz, Zelter, dar älteren Gcr-ling, Heusinger, Rnbino ustv. nicht zu gedenken — so wird mansagen müssen, daß es in Wahrheit damals kaum eine anderekleinere deutsche Universität gab, die eine solche Menge wissen-schaftlicher Kapazitäten vereinte.
Entsprach aber die Wirksamkeit dieser hervorragendengeistigen Größen auf die Studiosen ihrer Begabung und Ge-lehrsamkeit? Man wird hierauf keineswegs mit einem un-bedingten Ja antworten können. Auf die Mehrzahl derStudenten wirkt natürlich besonders der Name der Dozenten,der Ruf, den sie weit und breit genießen. Eines großen An-sehens werden sich daher naturgemäß nur ältere Gelehrteerfreuen können. Die Majorität der damaligen Marburgcrtüchtigen Professoren waren aber noch verhältnismäßig jungeLeute, deren Renommee in der gelehrten Welt noch nicht sofest stand, als dieses später der Fall war, wo sie die Leuchtengroßer deutscher Universitäten geworden waren. Dazu kam,daß einzelne von ihnen entschieden Parteimänner waren, umderen Ansehen der Streit wogte und gegen die der Rück-schlag gegen die große Bewegung von 1848 sich persön-lich richtete. Ferner hatten sich einzelne von ihnen noch nichtals Dozenten so ausgebildet. So kam es z. B., daßHeinrich von Shbcl sich 1850 keines großen Zulaufs vonfeiten der Studenten erfreute. Er sprach damals noch nichtleicht. Henke behauptete, er benutze die Sitzungen des aka-demischen Senats, um sich zum Redner auszubilden. Bonden Radikalen wie den Reaktionären gleichmäßig gehaßt, litter unter den Zcitvcrhältnissen, arbeitete aber um so eifrigeran dem Werke über die französische Revolution, das seinenRuf als großer Historiker fest begründete. Nicht viel anderslagen die Dinge bei Zcller. Er war kein beredter Dozent,diktierte seine Hanptvorlesungcn, selbst die über die Geschichteder griechischen Philosophie, fast wörtlich und erregte immer-hin doch einigen Anstoß durch seinen ausgesprochenen schwä-bischen Dialekt. Gefährlicher für ihn waren aber die kirch-