Druckschrift 
Aus dem Leben eines deutschen Bibliothekars : Erinnerungen und biographische Aufsätze / von Otto Hartwig. [Hrsg.: Erich Liesegang]
Entstehung
Seite
93
Einzelbild herunterladen
 

!)Z

Wiegrcbe verwendet worden. Als ein gewandter und unter-richteter Offizier wurde er 1848 nach Kopenhagen geschickt,um die hessischen dort lebenden Prinzen, den präsnmptivcnThronfolger mit eingeschlossen, aufzufordern, sich von da zuentfernen, nachdem der Krieg von Deutschland gegen Däne-mark erklärt war. Von der Torheit und Beschränktheit, diedieser Erbprinz schon damals ihm gegenüber entwickelt habeund die er dann noch 1866 in entscheidender Stunde hin-länglich zu seinem Schaden entwickelte, pflegte Cochenhauseneinige sehr drastische Anekdoten noch lange Jahre später zuerzählen, um seine Ansicht zu begründen, daß es ein wahrerSegen für Knrhessen gewesen sei, daß dieser Prinz nicht denThron bestiegen habe. Von dieser Mission zurückgekehrt,wurde er in das Reichskriegsministerium nach Frankfurt kom-mandiert. Hier lernte er viele Kameraden aus den verschie-densten deutschen Ländern kennen und erwarb sich manchetüchtige Männer zu Freunden. So war er mit dem Generalvon Peucker, dem sächsischen Militärbevollmächtigten von Witz-leben usw. näher bekannt. Auch mit dem Prinzen vonPreußen war er in Baden und Frankfurt in Beziehungengetreten. Als er von Hassenpflug zurückgerufen, sich vondein damals zufällig in Frankfurt anwesenden, nachherigenKaiser Wilhelm verabschiedete und dabei frug, ob ihm derPrinz nicht an seinen Vetter, den Kurfürsten, Aufträge zuerteilen habe, wies ihn dieser scharf ab:Nach Kassel habeich gar nichts sagen zu lassen." Im Herbst 1850 reichteCochenhausen wie fast das gesamte knrhessische Offizierkorpsseinen Abschied ein, wurde aber doch als hessischer General-stabsoffizier den von Süden her in das Land einziehendenösterreichischen und bayerischen Truppen entgegengeschickt, umihnen als ortskundiger Führer zu dienen. Er stellte sich indem Hauptquartiere des Fürsten von Thurn und Taxis alseinen Kamerad vor, der seinen Abschied eingereicht habe,wurde aber deshalb von den Offizieren nicht argwöhnisch be-handelt. Einzelne bayerische Offiziere, wie der später so be-