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jungen Offizieren bemerkt wurde. Als er wieder mit ihrtanzte, machte ein Adjutant den Kurprinzen darauf auf-merksam, der nun seinerseits dem Kapellmeister sofort befehlenließ, beim Tanzen seines Premiers ein immer rascheres Tempozu nehmen, so daß sich dieser mit seiner Schönen ganz ab-hetzte.
Ein preußischer Oberappellationsgerichtspräsidcnt, dernach solchen Erfahrungen mit seinem früheren „Dörchläuch-ting" sich zum zweiten Male dazu hergibt, dessen Premierzu werden, muß doch eine gute Dosis Herrschsucht und einhöchst eigentümliches Ehrgefühl gehabt haben!
III.
Von anderer Art in vielfacher Beziehung war der wich-tigste Helfershelfer Hasscnpflugs August Friedrich ChristianVilmar, bis 1850 Gymnasialdirektor zu Marburg . Auchüber diesen hochbegabten Mann besitzen wir zahlreiche Ar-beiten. Keine von ihnen reicht aber nur annähernd au dieH. v. Sybels über Hasscnpflug heran. Shbel, der ihn vonMarburg her wohl kannte, hat sein Bild nur ganz gelegent-lich in dem eben angeführten Aufsatz über Hassenpflng skizziert.Er nennt ihn „einen geistreichen und leidenschaftlichen Partei-mann, von großer Gestalt, düsterein Blick und unbedingterSelbstsicherheit". Diese Charakteristik ist richtig, leider aberzu kurz, so daß mau sich doch keine Vorstellung von demManne darnach machen kann. Da er in wiederholten Ver-öffentlichungen über sein Leben sich über sich selbst in einerWeise ausgesprochen hat, die uns nach einer Seite hin aller-dings tiefe Einblicke in sein Seelenleben gestattet, wahrendsie nach der anderen hin nicht weniges von ihm verschüttetund uns nur das aus ihm offen sehen läßt, was er — seies nun klar oder unklar bewußt — auf die Nachwelt übersich wollte kommen lassen, mag hier auf Grund unverwerf-lichcr Zeugnisse glaubhaftester Altersgenossen und Bekannter