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dieses Werk, welchem er seine erste wissenschaftliche Arbeit ge-widmet hatte, in der von ihm herausgegebenen Zeitschriftrnhig als eine Fälschung hinstellen! Wie viele würden dasüber sich gebracht haben? Aber er war weder eitel nochstolz, sondern jedem ehrlichen Widersprüche zugänglich. Alsich mehrere Jahre spater meine wissenschaftliche Ansicht indieser Frage modifiziert und auch öffentlich ausgeführt hatte,schrieb er mir zu einer Zeit, da die tödliche Krankheit ihnschon erfaßt hatte, einen zwölf Seiten langen Bries, in dem erseine Freude darüber aussprach, daß wir nun doch in dieserFrage einig geworden seien. —
Dieses Werk über Dino Compagni , das Hillebrand seinemVater zueignete, war, wie seine erste größere historische Ar-beit, so auch die erste, welche er in französischer Sprache ver-öffentlichte. Feine Kenner des französischen Stils finden anihm zu tadeln, daß es nicht leicht genug geschrieben sei undder Stil doch noch den Ausländer verrate. Ich weiß nicht,ob sie hierin Recht haben, ob nicht der Inhalt des Werkes,der eine Behandlung verlangte, die von der damals inFrankreich üblichen doch wesentlich abwich, unwillkürlich dasUrteil über dessen Sprache beeinflußt hat. Ich bin hierzuum so mehr geneigt, als dasselbe Urteil über den Stileines Werkes wiederholt wird, das mehrere Jahre später einecht deutsches Geistesprodukt den Franzosen zugänglich zumachen bestimmt war und das darum auch in seiner An-lage, nicht in seiner Sprache, ein mehr deutsches Gepräge ansich trug. In den Jahren, welche zwischen dein Erscheinender Dissertation über Dino Compagni und der Übersetzungvon Otfried Müllers griechischer Literatnrgeschichtc (l8l>ö beiDnrand in Paris in zwei starken Bänden erschienen) ver-strichen, hatte unser Freund eine Prcisanfgabc der Akademievon Bordeaux gelöst. Obwohl er nur zwei Monate auf dieBeantwortung der Fragen: „()uels etnieirt l'etnt des moeursei In Uispositioir cles esprits nux epoignes oü drilln Indornre conräüie?" „Des elemoirts nnnlc>§ue5 existent-ils