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Literatur in ähnlicher Weise behandeln sollte, so kam diesesnicht zur Ausführung. Dagegen begann er in der „Revuedes deux Mondes " eine Reihe von Essays unter dem Ge-samttitel: „Oe In sociöte de Berlin cle 1789 n 1815,d'apräs des correspondnnces et des inärnoires du iernpspudliäes de 1859 n 1869." Von der auf umfassenden undeingehenden Vorarbeiten beruhenden Arbeit sind jedoch in der„Revue" nur die drei ersten Aufsätze erschienen. L. Bam-berger, der damals viel mit Hillebrand verkehrte, kannte dieganze Arbeit und hofft, daß dieselbe noch veröffentlicht werdenwird. Vielleicht wird dieser Wunsch schon bald seiner Erfül-lung entgegengehen, da, wie mir mitgeteilt wird, ein siebenterBand der „Zeiten, Völker und Menschen" demnächst er-scheinen soll. Daß Buloz den Schluß nicht mehr inder „Revue" veröffentlichte, war durch die Rücksicht dik-tiert, welche er seinen französischen Lesern gegenüber nehmenzu müssen glaubte. Denn Buloz, welcher die beiden erstenAbschnitte der Arbeit vor dem Ausbrnch des Krieges an-standslos gebracht hatte, getraute sich nur noch den dritten,„Be räveil d'uire rmtioir" überschrieben, abdrucken zu lassen;aber mit einer Redaktionsbemerkung versehen, nach der er denFranzosen nur zeigen solle, wie die Erhebung Preußens gegenNapoleon I. ihnen ein Vorbild gebe, sich der deutschen Jn-vasionsarmee zu erwehren. Der französische Professor, derbeim Ausbruche des Krieges zwischen seiner Nation und derfranzösischen es gewagt hatte, den Konflikt der widerstreitendenGefühle dadurch zu lösen, daß er seinen Abschied erbat, umsich auf ein neutrales Gebiet zurückzuziehen, durfte in derfranzösischen „Revue" danach nicht mehr als Mitarbeiter zu-gelassen werden! Nicht genug damit, man sprengte aus, Hille-brand habe seine Entlassung nur „gezwungen" genommenund diesen Zwang darauf zurückgeführt, daß er in Lille voneinem Volkshaufen als Spion fast umgebracht worden wäre.Das ist aber entschieden falsch. Hillebrand, der ja schon 1867im „Journal des Dcbnts" ganz offen seine Sympathien für
Hartwig. AuS drin Lcbrn. 11