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je nach äußerer Anregung in vier Sprachen seinen Zeit-genossen mitzuteilen, dann wird uns bei einen: solchen Rück-blicke das frühe Ende des hochbegabten Mannes fast wie eineNaturnotwendigkeit erscheinen, lind doch hatte er sich biszu seinem fünfzigsten Jahre ganz kräftig gefühlt, wenn auchwohl Schlaflosigkeit ihn früher gepeinigt hatte. Seine elastischeNatur hatte die schweren, aufregenden Krisen, die er durch-lebt hatte, glücklich überwunden. Das anmutige, geselligeLeben, das er in dem Hause seiner Schwiegermutter in Florenz führte, die Pflege, welche ihm seine geistig ebenbürtige, nurfür ihn lebende Frau, angedeihen ließ, die regelmäßig unter-nommenen Reisen im Sommer, die ihn nach der Schweiz ,nach Deutschland und England führten, schienen ihm dienötige Erholung von seiner angestrengten Tätigkeit zu bietenund ihn das Begonnene glücklich vollenden zu lassen. Daerfaßte ihn im Winter 1880/81 die tückische Krankheit, derseine Mutter und sein Bruder erlegen waren. Er wurdeheiser und verlor fast ganz seine Stimme. Anfänglich hieltman es für ein vorübergehendes Unwohlsein. Am 21. April1881 empfing er noch einmal an dem offenen Abende seinerSchwiegermutter die zahlreichen Gäste. Es war wie immereine Polyglotte Gesellschaft. Männer und Frauen der höchstenStände, in Florenz wohnhaft oder auf der Durchreise befind-lich, Gelehrte und Künstler bewegten sich noch einmal in dengastlichen Räumen des bekannten Hauses an: Luugaruo Nuovo.Aber schon sprach mau ängstlich über das Befinden des ver-ehrten Mannes, der die Seele dieser Gesellschaft war. Ichfand ihn wohl etwas matt aussehend, geistig aber ganz un-verändert. Am folgenden Tage wollte er an die See ab-reisen, um sich von seinem „Katarrh" zu erholen. EinigeTage später reiste er in der Tat. Aber das Übel nahm jetzteinen rapiden Verlauf; weit kränker kehrte er zurück. Dertüchtige Arzt, der ihn behandelte, konnte nicht länger zweifeln,daß sich schon in Hals und Lunge Tuberkeln gebildet hatten.Es handelte sich nur darum, ob dem raschen Fortschreiten des