risten, welche sich eingehend mit dem römischen Recht be-schäftigt hatten, sich nicht mir leicht in das französischehineinarbeiten konnten, sondern spater auch die tüchtigstenRcchtsanwälte wurden. Da es in der Kanzlei in Mainz sehrkurzweilig und amüsant zuging — die Zeichnungen von denverschiedenen Beamten derselben, die Bamberger in den „Erin-nerungen" entworfen hat, sind wahre Kabinettsstücke —, sogingen die sechs Monate, die der Akzessist in diesem „fidelenGefängnis" verbrachte, rasch vorüber. Er trat darauf beieinem Advokat-Anwalt zur weiteren Ausbildung ein. Jetztgalt es, sich des ganzen geltenden Rechtes in zwei Jahrenpraktisch zu bemächtigen und sich auf das Staatsexamen vor-zubereiten. Wiederum tat sich Bamberger mit einem Freundzusammen, mit dein er namentlich in den Wintermonaten1846 und 1847 gemeinsam arbeitete. Er bestand dann auchdieses Examen „ohne Beschwerde" im Frühjahr 1847. Daim Großherzogtum Hessen kein Jude ine Staatsdienst angestelltzu werden Pflegte und die Advokatur nicht frei war, vielmehrdie Stellen der Advokat-Anwälte der Anciennität nach besetztwurden, waren die Aussichten auf ein sicheres und baldigesVorankommen für den jungen Juristen keineswegs günstige.Denn auf eine Wartezeit „manchmal bis zu 15 Jahren"mußten die Aspiranten gefaßt sein. Das war wenig lockend.Da Bamberger neben seinen juristischen Studien die philo-sophischen fortgesetzt, vor allein aber die bedeutendsten englischenund französischen Nationalökonomcu und die Schriften Fried-rich Lifts durchgearbeitet hatte, lag ihm die Versuchung, sichganz einer rein wissenschaftlichen Carriere zu widmen, um sonäher, als er schon in Heidelberg in nahe Berührung mitjungen Gelehrten, wie H. B. Oppenheim und I. Moleschott,geraten war.
Aber es sollte anders kommen! In: Februar 1848 hattendie beiden Göttinger Kameraden, die in Heidelberg ihre Stu-dien fortgesetzt hatten, ihren Freund zu einem längeren Be-suche eingeladen. Er saß auf ihrer Stube und studierte