229
auf sie konnte er eben so stolz sein wie auf sein Ansehen ünReichstage. Er galt als einer der am aufmerksamsten gehörtenRedner des Hauses. Sprach er auch zu verschiedenen Ver-handlungsgegcnständen stets eingehend und sachkundig, so be-anspruchte er doch für sich ausdrücklich nur in zwei allerdingswichtigen Fragen vollkommene Compctenz: in den Währnngs-nnd Bankfragen. Diese hatte er theoretisch wie praktisch stu-diert, und im Parlamente wenigstens hatte er keinen Rivalen,der ihm in ihnen gewachsen gewesen wäre. Wäre man beiihnen, namentlich in den späteren Jahren, seinem Urteil ge-folgt, so wären dem Reiche manche schwere pekuniäre Verlusteund dem Reichstage viele vergeudete Stunden erspart geblieben.Ist er es doch auch gewesen, der die traurigen Folgen derso plötzlichen Überleitung der französischen Milliarden in dendeutschen Bolkskörper, der eine solche Zufuhr uicht werde ohneErkrankung aufnehmen und solid verarbeiten können, ganzbestimmt vorhergesehcn und davor rechtzeitig gewarnt hat! —
Ehe wir nun auf die politische Tätigkeit, die Bambergeriu den nächsten Jahren im Interesse des Reiches entfaltete,und auf die einzelnen parlamentarischen Aktionen eingehen,mögen die literarischen Arbeiten, die in den ersten Jahrennach der Rückkehr in die Heimat entstanden, zusammengefaßtwerden. Denn aus ihnen sind die Voraussetzungen seinesWirkens am besten zu erkennen.
Über die politische, namentlich die parlamentarische Situa-tion in den Jahren 1868—70 geben die 161) „vertraulichenBriefe aus dem Zollparlamente", die Bamberger formell anseine Wähler richtete, aber in verschiedenen Zeitungen ver-öffentlichte, erwünschte Auskunft. Der an Arbeit von jehergewöhnte, lebhafte, durch die neuen Aufgaben stark angeregteMann wollte auch außerhalb des Parlamentes auf die ge-samte Volksstimmung einwirken. Und da seine Feder, wie
1) Die ersten 15 stehen in Band IV der Gesammelten Schriften,der sechzehnte ist Band I S. 444 nachgeholt.