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entfernt war. Mit vollkommener Wahrhaftigkeit hat er in seinerSelbstbiographie (S. 125) hierüber gesagt: „So heftig auch
noch in spätere Jahre hinein das Feuer der Polemik in Redeund Schrift auflodern konnte, einen persönlichen Haß, dessenIngrimm bei der Niederlage oder dessen Wonne beim Siegüber den Feind ausbrach, habe ich nie an mir erprobt. Ichhatte mich von lange her auf dem Wege des Nachdenkenszu sehr darauf dressiert, in dem Individuum keine cuusu sriizu erblicken, und diese Gewohnheit schadete mir nicht selten,weil sie mich hinderte, mich wahrhaft zu erbosen." Deshalbwar er auch darin sehr behutsam, seinen Gegnern rein per-sönliche Motive unterzuschieben. Als einmal in meiner Gegen-wart im kleinen Kreise die Frage aufgeworfen wurde, obnicht gewisse Führer der deutschen Silberleute von den Be-sitzern der großen amerikanischen Silberminen bezahlt würden,verneinte er das mit dem Bemerken: „Ich bin sehr vorsichtigmit solchen Beschuldigungen, seitdem man mir nachgesagthat, ich sei an Nickelbergwerken beteiligt, weil ich für dieEinführung des Nickels in unser Münzsystem gewirkt habe."Er empfand in allen diesen Beziehungen ganz anders als dieleichtfertigen Erfinder derartiger Unterstellungen, die Bücher,Busch und Konsorten. Und nur selten erboste er sich überVerläumdungen in dem Maße, daß er von der „rheinischenOoacu irmxiirm" derselben reden konnte. Dieser philosophischeGleichmut — eine Frucht seiner spinozistischen Studien — mitdem er den Gang der Welthandel betrachtete und seine per-sönliche Stellung zu ihnen nahm, verhinderte ihn aber nicht imgeringsten, tätig und rührig in sie einzugreifen. Nichts warihm verhaßter als quietistische Ruhe und Weltflucht. Erwar und blieb ein Optimist, aber keiner, der da meinte, dieDinge würden sich von selbst machen, mau dürfe sie nurlaufen lassen. Wäre das Unheil auch nicht ganz zu ver-hindern, das war seine Maxime, so müsse man ihm dochimmerhin so viele Gräben als möglich verschließen, daß essich nicht allzuweit verbreite. War auch das nicht mehr