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seinen Mephisto Bücher aufs lebhafteste bestärkt, der bei seinemIngrimm gegen alles, was aus England kam, die bedenk-lichsten Mittel nicht scheute, ihn in seiner neuen Abneigunggegen den Freihandel und die deutschen Freihändler nament-lich zu bestärken.
Und hinzu kam noch ein anderes. Durch das Pro-tektionssystem wird unzweifelhaft die Macht der Staatsgewaltvermehrt. Von allem anderen abgesehen werden durch esdie Interessen der bei ihm persönlich Beteiligten an die Re-gierung gewiesen und diese wird von manchen Rücksichten aufidealpolitische Forderungen der Regierten befreit. Die libe-ralen Bestrebungen werden von den materiellen Forderungenaufgesogen, wie das auch L. Bücher schon längst erkannthatte. Welche Konsequenzen ein Vorgehen der Reichsregieruugin dieser Richtung in Deutschland, namentlich aber in Preußen ,haben mußte, sah Bamberger nur zu klar vorher. Er warvon seinen alten Freunden höhnisch stets auf das PreußischeJunkertum, dem er nur Vorspann leiste, hingewiesen worden.Jetzt sah er nach der Aussöhnung Bismarcks mit denMännern, die ihn anfangs der siebziger Jahre aufs hef-tigste und schändlichste bekämpft hatten, die KreuzzeitungsParteiund die Agrarier drohender als je wieder ihre Häupter er-heben. Und was das für einen zu gründenden modernenKulturstaat zu bedeuten habe, wußte er nur zu gut: erlebenwir aber erst ganz in unseren Tagen! Für die Schaffungeines neuen, auf nationaler Basis erbauten modernen Staats-wesens hatte Bamberger seine ganze Kraft einsetzen wollen.Als er einsehen mußte, daß die Konsequenzen der jetzt ein-geschlagenen Entwicklung auf die Wiederherstellung der Machtdes preußischen Junkertums mit seinen lediglich agrarischenund selbstischen Interessen hinauslaufen müßten, da meinteer, sich dem überall entgegenstellen zu sollen. Als der Reichs-kanzler, der noch am 26. November 1875 sich für die Auf-hebung aller Zölle — mit Ausnahme hoher Finanzzölle auf10 bis 15 Artikel — erklärt hatte, sich in dem berühmten an den