255
Bildung derselben etwa durch eine Verschmelzung mit deralten Fortschrittspartei, welche dann wirklich auch vorübergehendzustande kam, erschien damals schon manchem als ein ebensostarker Rückfall in glücklich überwundene Zustände, als dieAussöhnung des Reichskanzlers mit Herrn von Kleist-Retzowund dessen Freunden. So sehr nun auch Bismarck mit demAusscheiden seiner prinzipiellen Gegner aus der national-liberalen Partei einverstanden schien, um den Rest desto ge-fügiger zu haben, so ergrimmt war er doch über die sogenanntenSezessionisten. Man mag darüber jetzt nachlesen, was Buschim Anfang des dritten Bandes seiner „Tagebuchblätter" zu be-richten weiß, welche Bosheiten und Lügen Lothar Büchersogar in sozialdemokratischen Blättern über „die national-liberalen Sezessionisten" verbreitete, und welche Witze demedlen Busch zufolge über „die Bamberge, Laskere und Rickert,die Streber", gemacht wurden. Diese Stimmung des „Chefs",die in den Artikeln von Bücher und Busch dann noch einengroteskeren Ausdruck erhielt — das Schlimmste wurde freilichnur mündlich verbreitet — konnte natürlich bei den Ver-lästerten auch gerade keinen versöhnenden Eindruck machen.So verschärften sich die Gegensätze immer mehr. Der philo-sophische Gleichmut, mit dem Bamberger die Dinge mehr alskaum ein anderer behandelt hatte, hielt daher auch nicht immerbei ihm vor. Doch mußte Bismarck ihm in der großen Rede,welche er am 14. Juni 1882 einer Auseinandersetzung Bam-bcrgcrs entgegenstellte, einräumen: „Der Herr AbgeordneteBamberger vermeidet auch seinerseits diese Klippe (des Grob-werdens); ich kann ihm die Anerkennung nicht versagen, daßer mit sehr gewandter Dialektik immer die Formen der gutenGesellschaft seinerseits beobachtet. Es sollte das geschehen vonallen Seiten (Heiterkeit). Aber im übrigen, in bczug auf dasdadurch betätigte Wohlwollen, kann ich nur mit dem Sprich-wort antworten: äiable ir'^ psrck rieir. Seine Pfeile, die
er mit seinem Wohlwollen unter dem wohltuenden Mantelder Sanftmut und der leidenschaftslosen Sprache abfeuert,