Die Muße, die ihm seit 1893 geworden war, gestatteteihm, seinen ältesten und tiefsten Neigungen jetzt noch mehrnachzuleben, als das früher bei der Menge von Geschäften,denen er sich hatte unterziehen müssen, möglich war. Jetztkonnte er fast ungestört, namentlich in seinem Tuskulum zuJnterlaken, der Schriftstellcrei leben. In Berlin , wo er nachwie vor den Winter zubrachte, wurde er immer von zu vielenSeiten in Anspruch genommen. Auf Reisen nach Frankreich ,die er erst einige Jahre nach 1870 wieder aufnahm, fand erwohl Zeit zu Beobachtungen, aber nicht zu Arbeiten. NachItalien , das er 1872 mit seinem Freunde Heinrich Hornbergerganz durchzogen hatte, ist er wenigstens auf längere Zeit nichtwieder gekommen.
Auf Betreiben seiner Freunde richtete er zunächst seinAugenmerk darauf, die Ernte seines schriftstellerischen Lebensin die Scheunen zu bringen und die zahlreichen, an vielenOrten zerstreuten Aufsätze und Essays, soweit sie ihm der Er-haltung wert schienen, in einer Gesamtausgabe zu sammeln.Diese ist denn auch von 1894—98 unter der Beihilfe eines„jüngeren sachverständigen Freundes" (P. Nathan) zu Berlin bei Rosenbaum L Hart in fünf Bänden erschienen. Der ersteBand wurde zuletzt ausgegeben, weil er für die Selbstbiographiedes Autors reserviert worden war. Aber nicht nur Altes istin diesen Jahren redigiert und mit Einleitungen versehenworden, sondern noch gar manches Neue wurde dem schonvorhandenen Schatze hinzugeschaffen. Bamberger hat sich wohlselbst mit im Auge, wenn er einmal sagt: „Die Menschengebrauchen die Sprache viel weniger, um anderen Mitteilungenzu machen, als um zum eigenen Vergnügen laut zu denken"(Ges. Sehr. I, 329). Und diesem Vergnügen hat er nochmanche Stunde seiner letzten Jahre gewidmet. Ernste undheitere Aufsätze hat er in ihnen verfaßt, in denen er übereinzelne Erlebnisse berichtet, die wichtig genug waren, um fürdie Zeitgeschichte aufgehoben zu werden. So hat er uns vonseiner Anteilnahme an den Ereignissen von 1870, seiner