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durch seine organisatorische Geschicklichkeit hervorragendenMannes allein ausschlaggebend war, fühlte man sich in denvon seinen gesetzgeberischen Experimenten betroffenen Landes-teilen allen Stimmen nach auf das Tiefste verletzt. Siewerden Wohl sagen, daß ja der Graf zur Lippe glücklicherweisejetzt unschädlich gemacht sei, man ihn also samt seinen Tatenin Ruhe lassen möge. Aber diese Taten lassen die Be-völkerung nicht in Ruhe und dienen Übelwollenden nur zueinem allzu schwer zu beseitigenden Aufreizungsmittel nichtnur gegen die neuen Zustände, sondern auch gegen die Partei,die bisher die staatliche Vereinigung mit Preußen gutgeheißen hat!
Und soll ich Ihnen nun noch über die Einführung ein-zelner Einrichtungen in den Provinzen klagen, deren Zweck-mäßigkeit in den alten Provinzen schon längst auf das leb-hafteste bestricken worden ist und die doch nun unverändertin die neuen hinübergcschleppt worden sind? Es würde daszu weit führen. Und dann soll auch nicht übersehen werden,daß, wenn irgendwo es auf die Personen ankommt, welchemit der Ausführung von Einrichtungen betraut siud, um dasUrteil über deren praktischen Wert festzustellen, dieses ge-rade da der Fall ist, wo sie ganz neu eingebürgert werden.Eine Institution kann trefflich sein, wird aber durch den Be-amten, der ihr vorsteht, in Übeln Ruf gebracht und im öf-fentlichen Urteil geschädigt. Und dieses war in der Tat garhäufig in den neuen Provinzen der Fall. Denn abgesehenvon einzelnen wirklich ausgezeichneten Beamten, die aus Alt-preußen nach den neuen Provinzen versetzt worden sind undwelche sich hier auch bald allgemeine Anerkennung verschaffthaben, selbst wenn ihre Politische Richtung der Mehrzahlder Landesangehörigen nicht zusagte, — sind doch auch eineganze Menge von Leuten dorthin versetzt worden, welcheweder durch ihre Fähigkeiten, noch durch ihren Fleiß sich dieseAnerkennung erwerben können und deren Bevorzugung voranderen preußischen Beamten oder einheimischen Angestellten