man nur auf leider zu oft maßgebende persönliche Einflüsseoder auf Gesinnnngstüchtigkeit zurückführen kann. Und indemmail nun so aus der politischen und religiösen Richtungjener Bevorzugten auf die ihrer Anstellung zugrunde lie-gende Tendenz des Ministeriums Rückschlüsse machte, begeg-nete man ihnen mit immer größerer Abneigung: und derArgwohn, daß man es hier nicht mit vorübergehenden Strö-mungen zu tun habe, sondern der unvertilgbaren Natur despreußischen Regiments nahe getreten sei, befestigte sich immerstärker. Soll ich Ihnen vorzählen, wie viele der höchstenRegierungsbeamten in den neuen Provinzen der Feudal-partei angehören? Welche Landräte zu Regierungspräsi-denten ernannt sind und wer zu Verwaltungsbeamtenbefördert ist? Die Absicht tritt zu deutlich hervor, undmit ihrem Hervortreten schwindet ein guter Teil Hoff-nungen und macht Befürchtungen ernsterer Art Raum.„Zu einem Lager der Kreuzzeitungspartei sollen die neuenProvinzen gemacht werden, nicht zu Gliedern eines nationalenStaates", hört man öfters sagen. „In Kirche und Schulesoll der Grund der Herrschaft derselben gelegt werden; zum Ge-horsam, nicht gegen den Staat, sondern gegen eine herrschendeKaste sollen unsere Kinder erzogen werden. Denn wenn dieRegierung das Interesse Preußens und nicht das einer Parteiim Auge hätte, so würde sie ganz anders Verfahren." Solcheund ähnliche Stimmen werden überall laut, wenn das Ver-halten der Regierung im großen und ganzen und das Auf-treten vieler ihrer Vertreter in den neuen Provinzen einerKritik von Männern unterzogen wird, die weder demokratischernoch Partikularistischer Gesinnungen beschuldigt werden können,sondern einfach preußisch gesinnt sind.
Sie selbst haben in einer Ihrer jüngsten Abhandlungenwiederholt auf den großen Schaden hingewiesen, der Preußen durch die Verwaltung des Herrn v. Mühler täglich zugefügtwerde. Ich kann dem, was Sie gesagt haben, als ein diesenDingen näher stehender Beobachter nur beistimmen. Herr v.