2. DAS ERSTE MÜNZGESETZ DER VEREINIGTEN STAATEN. 13
gesetzt. Dies wäre eine Wahl nach rein pensatorischem Ge-sichtspunkte gewesen.
Schließlich entschied man sich indes, wie das Gesetz von1792 zeigt, für den Dollar. „He has been in general use; itsvalue is familiär. Tliis accords with the national mode ofkeeping accounts“. Er wurde gewählt in Anlehnung an dieschon seit langer Zeit in Amerika kursierende spanische Silber-münze, den spanish milled dollar. Dies geht klar und deutlichaus dem Gesetz von 1792 hervor. Es heißt da ausdrücklich:„dollar each to be of the value of a spanish milled dollar asthe same is now current“. Damit ist die Identität des neuenamerikanischen Dollars mit jener alten spanischen Münze fest-gestellt, und zugleich die historische Definition des ersterengegeben.
Der rekurrente Anschluß an das Pfund Sterling wurdeübrigens im Gesetze von 1792 merkwürdigerweise nicht aus-drücklich festgesetzt. Er ergab sich indes aus der Tarifierungder englischen Münzen, wie solche zugleich mit denen deranderen Staaten im Februar 1793 erfolgte. Danach fand erin der Weise statt, daß 4 sh 6d der alten Werteinheit gleicheiner neuen sein sollten.
Das Fehlen einer derartigen Bestimmung dürfte daraufzurückzuführen sein. Schon seit Jahren rechnete man in Amerika hauptsächlich nach Dollars. Die Umrechnung der verschiedenenkolonialen Pfund, Schilling, Pence war einfach und geläufig.Die neue Einheit war daher schon zur Genüge bekannt undjedermann vertraut. „This is a coin perfectly familiär to usall“ sagt Jefferson. Der Mangel der ausdrücklichen Prokla-mierung des Umrechnungsverhältnisses dürfte sich infolgedessenkaum fühlbar gemacht haben.
Alle jene geprägten Münzen waren Geld im Sinne derstaatlichen Theorie, d. h. morphisch-proklamatorische Stücke. Be-treffs der proklamatorischen Geltung der Gold- und Silbermünzentrat indes teilweise ein Kückschlag ein, resp. machte sich zummindesten eine Unsicherheit der Auffassung in dieser Beziehung-bemerkbar. In Sektion 16 der Akte wurde nämlich der Grund-