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Das Geldwesen der Vereinigten Staaten von Amerika im 19. Jahrhundert : vom Standpunkte des Staates im Überblick / von Johannes Scheffler
Entstehung
Seite
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VII. Abschnitt.

DIE BANKNOTE IN DER AMERIKANISCHENGELDYERFASSUNG.

Die amerikanische Banknote hat im Laufe der Zeit diemannigfachsten Wandlungen durchgemacht. Ihre heutige Gestaltund Stellung ist das Produkt einer langen Entwicklung. Zeiten,in denen sie fast das staatliche Geld Kai e£oxnv darstellte,wechselten mit Perioden ab, da ein direktes gesetzliches Ver-bot sie von den Kassen der Regierung ausschloß. Einstmals,während des Bestehens der I. und II. Vereinigten Staaten-Bank,übte sie einen alles beherrschenden Einfluß aus. Heute kommtihr nur noch eine im Verhältnis zu den anderen Umlaufsmittelnmäßige Bedeutung zu. Ja, man kann sogar weiter gehen undsagen: Sie unterscheidet sich wenig von den verschiedenen

Sorten des in Amerika kursierenden staatlichen Papiergeldes.Gleich ihnen bildet sie einen nahezu festen Bestandteil der Um-laufsmittel der Union, und die durchschnittliche Dauer, währendder das einzelne Stück in der Regel im Verkehr festgehaltenwird, übersteigt sogar die aller anderen Arten papierener Zah-lungsmittel beträchtlich (sie beträgt nahezu 4 Jahre).

In der Entwicklungsgeschichte der Notenbanken der Ver-einigten Staaten lassen sich im wesentlichen 6 Perioden unter-scheiden. Die erste umfaßt die Zeit vor 1790 resp. 91. Mankann sie kurz als die der Kolonialbanken bezeichnen. DieAusgabe und Annahme der Banknoten hielt sich im allge-meinen eng in den Grenzen der einzelnen Provinz resp. desStaates. Sie stellten demnach eine Art Provinzial- oderLandesgeld dar. Nur von wenigen bedeutenden, z. B. derBank of North America, wird berichtet, daß ihre Noten lautGesetz bei Steuern und Abgaben in jedem Staate Geltung

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