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Das Geldwesen der Vereinigten Staaten von Amerika im 19. Jahrhundert : vom Standpunkte des Staates im Überblick / von Johannes Scheffler
Entstehung
Seite
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Y. Abschnitt 18781895.

DER GOLDWÄHRUNG DROHT GEFAHR IN-FOLGE ÜBERMÄSSIGER SCHAFFUNG AKZES-SORISCHEN GELDES.

1. DAS GESETZ VON 1878, DIE SOGENANNTE BLANDBILL.

Das war ungefähr das Bild, welches die amerikanische Geldverfassung am Beginn des Jahres 1878 zum mindesten dejure aufwies. Rekapitulieren wir kurz: Valutarisches Goldgeldmit Barverfassung; daneben akzessorisches Nickel -, Silber- undKupfergeld sowie Staatspapiergeld, Banknoten und Goldzertifikatemit Notalverfassung. Eine für die damalige Zeit treffliche Ord-nung des Geldwesens.

Schade nur, daß erst volle 22 Jahre dahin gehen mußten,bevor das Geldwesen der Union in dieser Form Tatsache werdensollte. Wie kam das? Welche Ereignisse oder Maßregeln trugendie Schuld daran? In welcher Beziehung wurde das reine Bildder Goldwährung getrübt? Bimetallismus, resp. die krampfhaftenVersuche, ihn von neuem zum Leben zu erwecken, um aufdiese Weise den gefallenen Preis des Silbers zu heben, lautetdie Antwort der Vertreter der Goldwährung. Wir möchten imAnschluß an die staatliche Theorie uns noch genauer ausdrücken,die Sache bei ihrem wahren Namen nennen und sagen: Dieweit über das Maß des Bedürfnisses hinaus betriebene Schaffungeines notalen Kurantgeldes in akzessorischer Stellung, das warder Rückschritt, den man tat. Er bedeutete zugleich einen Fort-schritt hin nach einem obstruktioneilen Übergang zur reinen Silber-währung.

Die Periode von 1878 1900 möchten wir gleichsam alseinen Irrweg bezeichnen, der zeitweise weit ab von der mit