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V. DER GOLDWÄHRUNG DROHT GEFAHR.
so war es in der Tat. Vor allem vermochten sie den Abflußdes valutarischen Goldgeldes, den die Vermehrung des akzes-sorischen Geldes nicht zum wenigsten hatte fördern und be-schleunigen helfen, nicht im mindesten aufzuhalten. Dieservollzog sich weiter in großem Maßstabe und machte es daherimmer sclnvieriger die einmal angenommene Goldwährung zubehaupten, d. h. stets, wenn es verlangt wurde, in diesem Metallezu zahlen. Die Möglichkeit der Goldentziehung boten dem Aus-lande die für Amerika ungünstigen Wechselkurse jener Zeit.Sie wurden besonders durch zwei Umstände hervorgerufen.Einmal waren die Ernten der Jahre 1892/3 in Amerika beträcht-lich geringer ausgefallen als früher. Dazu kam eine verhältnis-mäßig kleine Nachfrage der fremden Länder für die Agrikultur-produkte der Union. Die Eolge war ein verminderter Export.Sodann rief besonders das Shermangesetz in Europa die ernst-liche Befürchtung wach, man steure einer reinen Silberwährungentgegen. Dies veranlaßte sehr viel Leute auf dem Eestlande,besonders in England , amerikanische Werte, vor allem Eisen-bahnpapiere, in großen Beträgen nach dem Ursprungslande ab-zustoßen. Es waren also merkantile Gründe, welche die Schwan-kungen des intervalutarischen Kurses hervorriefen.
Der frei verfügbare Goldbestand des Schatzamtes (abzüg-lich der Goldzertifikate), der beim Amtsantritt von Harrisonetwa 196 Millionen betragen hatte, sank am Schlüsse seinerAmtsperiode (4. März 1893) auf 103 Millionen Dollars. In den3 Jahren während des Bestehens der Shermanbill 1890—93hatte das Schatzamt 155 Millionen Gold, davon 1893 allein 87durch Export verloren. 1893—96 wurden ihm sodann nochmehr, nämlich insgesamt 483 Millionen Dollars entzogen.
Was tat die Regierung angesichts dieser Ereignisse? Ließsie alles seinen Gang gehen und sich schließlich dazu drängen,das bis dahin in akzessorischer Stellung befindliche Geld nun-mehr valutarisch zu behandeln? Nein, sie fuhr, das muß einmalvor allen Dingen ausgesprochen werden, trotz der überausprekär gewordenen Verhältnisse fort, in Gold zu zahlen, es auch■weiterhin valutarisch zu behandeln. Ja, sie brachte sogar zu